Eine Woche Budapest mit dem Team, von Montag bis Freitag. Eigentlich ging es ums Arbeiten, aber zwischendurch blieb immer wieder Zeit für ein paar Bilder. Und bei dieser Stadt fällt einem das wahnsinnig leicht.
Los ging es über den Wolken. So ein Blick auf die Tragfläche ist ein Klischee, ich weiß, trotzdem mache ich ihn jedes Mal. Eine knappe Flugstunde später stehen wir mitten in Pest. Die Koffer noch nicht ausgepackt, und schon laufen wir los.
Budapest besteht aus zwei Hälften. Buda liegt auf der hügeligen Seite, Pest flach und voller Leben, dazwischen die Donau. Seit 1873 sind die beiden Städte vereint, und man spürt bis heute, dass hier zwei Charaktere aufeinandertreffen. Wir starten in Pest, im siebten Bezirk, dem alten jüdischen Viertel. Hier ist alles ein bisschen rauer und bunter.
An jeder Ecke gibt es etwas zu sehen. Riesige Murals an den Brandwänden, ein gelbes Taxi, das durchs Bild rauscht, gelbe Fassaden mit schmiedeeisernen Balkonen. Ich komme kaum fünfzig Meter weit, ohne wieder die Kamera hochzunehmen.
Abends wird es richtig gut
Budapest ist berühmt für seine Ruinenkneipen, auf Ungarisch romkocsma. Die erste, das Szimpla Kert, hat 2002 in einem leerstehenden Haus im siebten Bezirk aufgemacht. Heute ziehen sich diese Bars durch ganze Hinterhöfe. Alte Fabrikräume, abgeblätterter Putz, dazwischen bunte Lampions, Neonröhren, ausrangierte Sofas und irgendwo ein alter Trabi, auf dem man sitzen kann.
Ich schiebe mich durch die Gänge. Überall Graffiti, überall Licht in einer anderen Farbe. Es riecht nach Bier und altem Holz, an der Wand hängt ein Fernseher, der seit Jahren nichts mehr zeigt. Laut, voll und trotzdem gemütlich. Genau die Art von Ort, an dem ein Abend schneller vorbei ist, als einem lieb ist.
Goldene Stunde an der Donau
Am nächsten Abend zieht es uns ans Wasser. Auf dem Weg kommen wir an der Staatsoper vorbei und an einem dieser gusseisernen Schilder mit der Aufschrift Földalatti. Dahinter steckt die gelbe M1, die älteste elektrische U-Bahn auf dem europäischen Festland, eröffnet 1896. Charmanter kann eine Metro kaum aussehen.
An der Donau zeigt sich die Stadt dann von ihrer goldenen Seite. Die Sonne steht tief, die Fassaden glühen, eine gelbe Straßenbahn quietscht vorbei. Drüben auf der Buda-Seite thront der Burgberg über dem Fluss, die Kettenbrücke spannt sich übers Wasser, davor schieben sich die Ausflugsschiffe vorbei. Wir setzen uns einfach ans Ufer und schauen. Jemand schleppt Stühle zusammen, ein Hund streunt vorbei, die Türme einer Kirche werden zur Silhouette. Einer dieser Abende, an denen man die Kamera eigentlich weglegen könnte, weil das Auge ohnehin mehr sieht. Ich mache trotzdem ein paar Bilder.
Das war die erste Hälfte. Nächste Woche nehme ich dich mit durch Budapest bei Tag. Gelbe Fassaden, kuriose Schilder, ein paar Hunde und natürlich die berühmten gelben Trams. Ihr dürft gespannt sein.
Habt eine gute Woche!
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