Es gibt Festivals und es gibt dieses eine, zu dem man einfach immer wieder zurückkommt. Beim Highfield am Störmthaler See war es diesmal allerdings anders, denn es war die letzte Ausgabe. „One Last Dance” stand über dem ganzen Wochenende und dieser Gedanke schwingt bei jedem Bild mit, das ich mitgebracht habe.
Angereist bin ich schon am Donnerstag, mitten in einer endlosen Blechschlange aus Autos, Bussen und Bulli-Ladungen voller Bierkästen. Kaum stand das Zelt, war eigentlich schon alles klar: Das wird ein heißes Ding. Und zwar wörtlich. Über die Tage kletterten die Temperaturen teilweise auf über 36 Grad und auf dem ganzen Gelände war kaum ein Fleckchen Schatten zu finden. Das war wirklich anstrengend. Man trinkt literweise Wasser, sucht jeden Baum und jeden Pavillon und trotzdem klebt einem der Staub den ganzen Tag an den Beinen.
Eine uralte Kamera als beste Entscheidung
Vorher hatte ich mich zu einer kleinen Schnapsidee entschlossen. Statt der guten Ausrüstung nehme ich einfach eine uralte Kompaktkamera mit, eine kleine silberne Panasonic, gefühlt aus einem anderen Jahrzehnt und robust wie ein Ziegelstein. Und ehrlich, das war eine der besten Entscheidungen überhaupt. Man muss auf so eine Kamera nämlich überhaupt nicht aufpassen. Wenn sie im Staub liegt, liegt sie eben im Staub. Wenn dir jemand im Gedränge dagegenrempelt, ist das auch egal. Genau diese Sorglosigkeit tut auf einem Festival wahnsinnig gut.
Vom Ergebnis bin ich tatsächlich total begeistert. Diese leicht körnige, warme Farbstimmung bekommt man mit einer modernen Kamera so gar nicht mehr hin. Nur bei starkem Gegenlicht hat die Kleine dann irgendwann gestreikt und einfach gesagt: Nö, mach ich nicht. Aber selbst das gehört für mich mittlerweile einfach dazu.
Drei Tage Musik zum Abschiednehmen
Und dann die Musik, wobei ich da ehrlich sein muss. Das Line-up war für meinen Geschmack ein bisschen schwach auf der Brust. Irgendwie löchrig und seltsam zusammengestellt, als hätten am Ende ein paar große Namen gefehlt. Vielleicht steckten da finanzielle Gründe dahinter, das weiß ich alles nicht. Mein persönliches Highlight war dafür aber umso klarer: PA69, zusammen mit Kraftklub. Die beiden bringen so unfassbar viel Energie auf die Bühne, dass man gar nicht anders kann als komplett mitzugehen. Überhaupt hatte ich das Gefühl, dass die Bands in diesem Jahr besonders viel zu sagen hatten. Zwischen den Songs gab es immer wieder schöne und auch deutliche politische Statements. Das mag ich an so einem Festival, dass Musik eben nicht nur Krach und Party ist.
Zurückgeblieben sind ein einige Bilder auf einer winzigen Speicherkarte, ein Sonnenbrand und dieses leise Gefühl, bei etwas dabei gewesen zu sein, das es so nicht mehr geben wird. Ob das Highfield irgendwann in anderer Form zurückkommt, weiß aktuell niemand. Ich lasse jetzt einfach die Bilder sprechen.
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