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Festivalimpression | Nützliche Tipps zur Festivalfotografie
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Nützliche Tipps zur Festivalfotografie

Die Festivalsaison neigt sich zwar langsam aber sicher dem Ende zu, aber trotzdem können ein paar Tipps zur Festivalfotografie sicherlich nicht schaden. Ich habe mich hingesetzt und aufgeschrieben, auf was man achten sollte, wenn man zum ersten Mal auf einem Festival fotografieren darf.

Ich selbst ging relativ unvorbereitet als Fotograf auf mein erstes Festival und hatte einen großen Rucksack dabei, indem sich ungefähr alles befand, was ich an Kameras und Objektiven besitze. Effektiv genutzt habe ich davon jedoch nur sehr wenig. Deshalb habe ich mir überlegt, diesen Beitrag zu schreiben.

Was nehme ich mit?

Festivalfotografie ist anstrengend. Die Musik ist laut, das Wetter oft unbeständig und das Gedränge ist groß. Am besten stellst du dir deinen Wecker für diesen Tag ein paar Stunden später. Wenn du ausgeschlafen bist, zahlt sich das spätestens am Abend aus. Die Lichtverhältnisse können auf Konzerten sehr schwierig sein. Wenn du Künstler fotografierst, die am Nachmittag auftreten, wirst du wenig von der Bühnenbeleuchtung sehen und kannst, wenn die Sonne nicht gerade direkt hinter der Bühne sein sollte, deine Gegenlichtblende im Rucksack lassen.

Je nachdem, von wo du fotografierst, kannst du im Grunde das Objektiv nehmen, was gerade zur Situation passt. Wahrscheinlich empfiehlt sich hierfür ein Zoomobjektiv. Damit kannst du gleichzeitig mehrere Künstler, oder aber auch Portraits aufnehmen. Ich persönlich finde übrigens reine Portraits von Konzerten eher langweilig. Achte auf jeden Fall darauf, dass du eine schnelle Verschlusszeit hinbekommst, um die meist hektischen Bewegungen auf der Bühne einfrieren zu können.

Wenn die Sonne dann untergegangen ist kommen viele weitere Aspekte hinzu, die es bei der Festivalfotografie zu beachten gilt.

Das Licht wird schlechter und wechselhafter

Wenn die Sonne dann untergegangen ist und du gerade neben der Bühne auf den nächsten Auftritt wartest, kannst du die freie Zeit nutzen und dir deine bisherigen Aufnahmen anschauen. Mit Sicherheit wirst du dann schon einige Fehler feststellen, die du beim nächsten Auftritt nicht mehr machen möchtest. Du kannst die Zeit auch nutzen, deine Kamera schon mal auf die schwierigen Lichtverhältnisse vorzubereiten.

Ich würde empfehlen einen ISO von mindestens 1600 voreinzustellen. Wenn du während des Auftritts merken solltest, dass das noch nicht ausreicht, kannst du ihn immer noch nach oben korrigieren. Das Rauschen gehört für mich zu Konzertfotografie dazu und lässt sich durch Software, wie Lightroom im Nachhinein noch etwas ausbessern. Dass du deine Fotos im RAW Format aufnimmst, müssen wir hier nicht sprechen, das sollte selbstverständlich sein. Ich würde trotzdem empfehlen, diese Einstellung vor Beginn noch einmal zu überprüfen. Dann gibt es hinterher auch keine bösen Überraschungen.

Ich arbeite mit meiner Kamera bei diesen Lichtverhältnissen meistens mit der Blendenautomatik. Ich stelle also ein, mit welcher Belichtungszeit die Fotos aufgenommen werden sollen und die Kamera erledigt den Rest. Das ist mit Sicherheit aber auch Geschmacks- und Übungssache. Ich stelle damit für mich sicher, dass die Bilder ohne zu verwackeln hinbekomme. Des Weiteren sei kurz erwähnt, dass du deine Kamera kennen solltest. Das Licht kann sehr wechselhaft sein und du solltest auch im Dunklen in der Lage sein, schnell ein paar Einstellungen zu ändern.

Bei der Wahl der Objektive solltest du natürlich auf die Lichtstärke achten. Zu empfehlen sind hier Blenden von 1.8 bis 2.8. Das alles hängt ein bisschen von deinem Geldbeutel und deiner Kamera ab. Wenn deine Kamera einen hohen ISO möglich macht, kannst du damit ein nicht so lichtstarkes Objektiv ausgleichen. Am besten ist es natürlich, wenn Kamera und Objektiv zusammenpassen. Wenn du noch ganz am Anfang bist, oder schlichtweg nicht so viel Geld für Objektive ausgeben möchtest, kann ich eine einfache 50mm Festbrennweite empfehlen. Diese gibt es von Canon und von Nikon schon für unter 100 Euro und sind für ihren Preis ganz besonders lichtstark. Nehmt auf jeden Fall eine Gegenlichtblende für das Objektiv mit. Sobald die Bühnenshow beginnt, kann das Licht aus so ziemlich jeder Richtung kommen und dir im schlimmsten Fall die Aufnahmen verhageln.

Die Zeit wird knapp

Auf den meisten Konzerten hat man in der Regel nur während der ersten drei Lieder die Gelegenheit, zu fotografieren. Danach muss der Graben verlassen werden und man kann bestenfalls noch von der Seite, oder von der Bühne aus fotografieren. Oft kann man sich schon vorher beim Veranstalter darüber informieren, wie viel Zeit man hat und ob man die Bühne überhaupt betreten darf.

Mir wurde damals geraten: „Stell deine Kamera auf Dauerfeuer, such dir dein Motiv und halt einfach drauf.“ Ich bin eigentlich überhaupt kein Freund von Serienaufnahmen, aber wenn die Zeit so stark begrenzt ist, bleibt einem fast nichts anderes mehr übrig. Trotzdem empfiehlt es sich, seine Augen offen zu halten. Oft passieren Dinge auf der Bühne, oder auch im Publikum, die man nicht verpassen sollte. Am besten wäre es also, wenn man sich noch ein zusätzliches Paar Augen am Hinterkopf platzieren würde.

Es ist ebenfalls wichtig, Rücksicht auf die anderen Fotografen zu nehmen, denn du wirst wahrscheinlich nicht alleine im Graben stehen. Guck, was die anderen machen, biete ihnen deinen Platz an und dann werden sie dich vermutlich genau so behandeln.

Es fängt an zu regnen

Wenn es anfängt zu regnen, solltest du dir schnell einen trockenen Platz suchen und deine Kamera, sowie dein Objektiv präparieren. Nimm dir ein paar Plastikfolien, oder Plastiktüten und eine Rolle Gaffa Tape mit. Als Folien eignen sich übrigens die Tüten, in die deine Mutter früher dein Pausenbrot verpackt hat. Mit diesen Dingen kannst du deine Kamera schnell und einfach regensicher machen. Steck dir ein Mikrofasertuch in die Hosentasche, damit du deine Linse zwischendurch wieder tropfenfrei bekommst. Mit diesen schnellen Handgriffen bist du nun bereit, auch im strömenden Regen zu fotografieren. Wenn du vorher an wirklich alles gedacht hast, kannst du sogar noch eine Regenjacke aus dem Rucksack zaubern.

Versuch etwas Aufmerksamkeit zu erhaschen
Wenn du direkt vor der Bühne im Graben stehst, oder dich gerade auf der Bühne neben den Künstlern befindest, versuch doch mal, etwas Aufmerksamkeit auf dich zu ziehen. Ich hatte nun schon öfter das Glück, dass die Künstler direkt mit der Kamera gespielt haben und in diesen, meist sehr kurzen Momenten, entstehen die interessantesten Aufnahmen.

Nach den Konzerten, wenn du zuhause deine aufgenommenen Bilder sichtest, wird dir auffallen, was du alles hättest anders, besser, höher und weiter machen können. Nutze diesen Augenblick, um dich in Ruhe mit deiner Arbeit auseinanderzusetzen. Setz dir Ziele für deine nächsten Aufnahmen und lass dich nicht von eventuellen Rückschlägen entmutigen. Die meisten Fehler wirst du beim nächsten Mal nicht noch einmal machen. Vielleicht ist es ratsam, für den Anfang erstmal mit einem kleineren Festival zu beginnen. Dort hat man oft mehr Zeit zum fotografieren, da die Regeln nicht so streng sind. Wenn du direkt mit AC/DC, oder KISS anfängst, wird auch der Leistungsdruck dementsprechend groß sein.

Wem gehören deine Fotos?

Deine Bilder gehören natürlich erst einmal dir. Das Recht am eigenen Bild besagt allerdings, dass der Künstler, oder sein Management zu entscheiden hat, wofür diese Bilder genutzt werden dürfen. Meistens darfst du die Bilder für redaktionelle Zwecke benutzen, allerdings nich, um damit Werbung zu machen. Du kannst dich natürlich beim Künstler selbst erkundigen, was du mit den Bildern machen darfst. Dann bist du auf der sicheren Seite und musst keine Angst davor haben, Post vom Rechtsanwalt im Briefkasten zu haben.

Wenn du nun gar keine Lust hattest dieses Text komplett zu lesen und eigentlich nur eine Liste mit Dingen suchst, die du auf jeden Fall einpacken solltest, wenn du ein Festival fotografieren möchtest, dann lies einfach nur die nächsten Zeilen.

Packliste für die Festivalfotografie

  • Lichtstarke Objektive (Am besten Blende 1.8 – Blende 2.8)
  • Gegenlichtblenden
  • Aufgeladene Akkus (lieber einen zu viel, als einen zu wenig)
  • Gaffa Tape zum Abkleben der Kamera, wenn es regnet
  • Plastiktüten, damit du die Kamera nicht komplett mit Gaffa Tape umwickeln musst
  • Regenfeste Kleidung, in der du dich gut bewegen kannst
  • Deine/n Akkreditierung/Presseausweis
  • Dein Handy, um zu sehen, wer als nächstes auf welcher Bühne aufritt
  • Ohrstöpsel, denn vor der Bühne ist es sehr laut
  • Schnelle Speicherkarten
  • Einen Notizzettel
  • Einen Stift
  • Ein kleines Dreibein, oder einen Bohnensack falls du zwischendurch Zeit haben solltest, etwas mit Belichtungszeiten zu experimentieren
  • Reinigungstücher für deine Objektive

Falls dir noch etwas einfallen sollte, was in diesem Beitrag fehlt, schrieb es gerne in die Kommentare, damit auch andere davon profitieren können.

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