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Digitale Fotografie Fotografie Lost Places

Lost Places – Heilstätte Grabowsee I

Die Stimmung war düster und wir sehr gespannt, als wir vor den Toren der Heilstätte Grabowsee standen und darauf warteten, auf das Gelände gehen zu dürfen.

Wir hatten auf einigen Seiten recherchiert, wo man rund um Berlin verlassene Gebäudekomplexe finden konnte. Die Heilstätte Grabowsee sind knapp 30km außerhalb von Berlin, in der Nähe der S-Bahn Station Oranienburg. Von dort aus gelangt mit dem Bus innerhalb von 15 Minuten das Areal. Man sollte sich allerdings nicht darauf verlassen, dass man mit dem Bus auch wieder zurückfahren kann. Dort werden gefühlt ab 15 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt und der ÖPNV eingestellt.

Ich hatte mit dem, für die Verwaltung des Geländes, zuständigen Menschen telefonisch Kontakt aufgenommen und mit ihm einen Termin vereinbart. Wenn man dort Fotoaufnahmen machen möchte, muss man 30 Euro bezahlen. Personen, die keine Foto- oder Videoaufnahmen machen, müssen 10 Euro bezahlen. In unserem Telefonat verglich er es mit den Eintrittspreisen eines Kinos. Auch dort muss man schließlich mehr für seine Karte bezahlen, wenn man während der Vorführung Videoaufnahmen machen möchte. Wir waren zu zweit dort und hatten nur eine Kamera dabei und somit haben wir dann ingesamt 40 Euro bezahlt, als wir auf das Gelände gelassen wurden.

Geschichte der Heilstätte Grabowsee

Folgende Beschreibung findet sich auf der Website des Geländes:

Die Volksheilstätte am Grabowsee war die erste Klinik ihrer Art des Deutschen Roten Kreuzes. Sie war, so schreibt Oberstabsarzt Dr. Schultes in einem Bericht für eine zeitgenössische Fachzeitschrift über Tuberkulose: „zunächst als eine Versucheinrichtung geplant zur Beantwortung der Frage, ob Lungentuberkulose mit Erfolg auch im norddeutschen Flachlande behandelt werden könne. Deshalb wurden zunächst im Frühjahr 1896 auf einem etwa 20 ha großen Waldgelände, das vom Forstfiskus auf 50 Jahre gepachtet wurde, 27 Doeckersche Baracken aufgestellt.

Nach Erzielung günstiger Heilerfolge traten dann an deren Stelle massive Bauten, zu denen hochherzige Stiftungen bereitgestellt wurden. Die Bauzeit war im Jahre 1900 vorläufig beendigt. Heute, im Jahre 1912, nach einigen Umbauten und Erweiterungen, beträgt der Gesamtwert der Anstalt ungefähr 840.000 M. Lage der Anstalt: Von Berlin 36 km entfernt, nächste Bahnstation Fichtengrund, von da 3/4 Stunde bis zur Heilstätte.

Diese liegt inmitten eines uralten, hochstämmigen Kiefernwaldes, mit Laubholz gemischt, am lieblichen Grabowsee (dessen Länge 1000 m, dessen Breite 400 m beträgt), besteht heute aus folgenden Gebäuden (…)“: 3 zweigeschossige Pavillons mit 59, 59 und 54 Betten, 1 eingeschossige Baracke mit 29 Betten, ein Wirtschaftsgebäude mit Küche, Speisesaal, Geschäftszimmern, Wohnzimmer des Oberinspektors, Personalzimmern, ein Maschinenhaus mit Wohnung des Maschinenmeisters, ein Waschhaus mit Desinfektionsanstalt und Beamtenwohnungen, eine Gasanstalt, eine Kirche, ein Chefarzthaus, 10 Liegehallen, ein Gewächshaus und ein Stallgebäude mit Wohnung für Kutscher und Gärtner.

Man bekommt dort keine Führung, sondern nur einen Lageplan. Man kann das gesamte Gelände auf eigene Faust erkunden und eigentlich alles betreten und beklettern. Momentan sind leider zwei Gebäude gesperrt, da dort irgendwelche Dinge herunterfallen können. Vielleicht bekommen wir bei unserem nächsten Besuch die Gelegenheit, uns auch da auch einmal umzuschauen.

Generell sind die Gebäude komplett leergeräumt. In den Kellern finden sich jedoch noch etwas Inventar. Wir hatten nur leider vergessen, vernünftige Taschenlampen mitzunehmen. Der Putz ist größtenteils von den Wänden geplatzt oder geschlagen worden. Die Scheiben sind eingeworfen – hin und wieder findet sich ein verlassener Schlafplatz. Man sollte sich viel Zeit mitbringen, wenn man das gesamte Gelände erkunden möchte.

Ich habe nebenbei immer wieder eine kleine Videokamera laufen lassen, damit ich hier auch mal etwas bewegtes Bild posten kann. Das Video wackelt, ist unscharf und furchtbar schlecht geschnitten, aber dafür mit Musik hinterlegt.

Der Besuch in der Heilstätte am Grabowsee war spannend und aufregend und mit Sicherheit ist das nicht der letzte gewesen. Nächstes Mal wollen wir uns mehr Zeit mitnehmen und schauen, was man dort sonst noch so entdecken kann. Auf jeden Fall sollten wir daran denken, vernünftige Taschenlampen mitzunehmen. Wenn Du noch weitere interessante Gebäude in und um Berlin kennst, lass uns gerne einen Kommentar da.

Wenn Dir die Heilstätte am Grabowsee gefallen hat, solltest Du Dir auch mal diese Beiträge anschauen:

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5 Kommentare

  • Antworten
    Jana
    5. September 2015 um 17:21

    Spreepark Berlin!

  • Antworten
    Chrischan
    5. September 2015 um 20:04

    Olympisches Dorf in Elstal!

  • Antworten
    Heilstätte Grabowsee III | Pixelgranaten
    8. Oktober 2017 um 12:01

    […] Der dritte und letzte Beitrag zu unserem Ausflug zu der Heilstätte Grabowsee. Dieses Mal gibt es Schwarz/Weiß Aufnahmen und ein paar Aufnahmen der unzähligen Graffitis. […]

  • Antworten
    Heilstätte Grabowsee II | Pixelgranaten
    8. Oktober 2017 um 12:01

    […] zusammen. Ich kann es jedem ans Herz legen, das wenigstens einmal (mehrmals!) auszuprobieren. Es ist Herbst geworden und nun schon seit mehreren Tagen einfach nur noch grau, […]

  • Antworten
    Lost Places - Heilstätte Grabowsee III | Pixelgranaten
    8. Oktober 2017 um 12:04

    […] Der dritte und letzte Beitrag zu unserem Ausflug zu der Heilstätte Grabowsee. Dieses Mal gibt es Schwarz/Weiß Aufnahmen und ein paar Aufnahmen der unzähligen Graffitis. […]

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