Nach wochenlangen Wolkenschichten, die eher an ein dauerhaftes Bitte-Warten-Fenster erinnerten, hat sich die Sonne endlich ein Herz gefasst und für 1–2 Tage auf ON geschaltet. Wenn das passiert, muss man einfach raus. Dabei sollte es dann auch egal sein, wie voll der Kalender ist.
Die Straßen liegen voller goldenem Laub, als hätte der Herbst beschlossen, doch noch etwas aus seinem Farbtopf zu holen. Ginkgo, Birke, wilde Sträucher. Jeder Baum scheint sich hier gerade wirklich Mühe zu geben. Zwischen all den warmen Tönen blitzte hier und da auch noch der blaue Himmel durch.
Der Weg führt vorbei an alten Zäunen, raschelnden Blättern und paar Tags auf einem Stromkasten. Eigentlich absolut nichts Spektakuläres, aber genau das, was ein kurzer Spaziergang braucht: ein paar kleine Details, die im Sommer untergehen und jetzt plötzlich zu leuchten beginnen. Vielleicht ist das genau die Magie dieser Jahreszeit: Man muss nicht weit laufen, um etwas Schönes zu finden. Ein paar Schritte reichen, und schon steht man mitten in einem goldenen Mini-Urlaub.
Und am Ende dachte ich mir: Wenn der Herbst sich schon so viel Mühe gibt, dann sollte man ihm zumindest für einen Augenblick die Aufmerksamkeit schenken. Sonst wäre es ja wirklich blätterlich.
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