Geschwungener Weg durch die Duenen von Ameland
Fotografie Natur Urlaub & Reise

Zurück auf Ameland

Fast die halbe Kindheit habe ich hier verbracht. Nicht ganz, aber gefühlt jeden zweiten Sommer und Sommerferien zählen als Kind ja sowieso doppelt. Jetzt stehe ich wieder auf Ameland, diesmal mit eigener kleiner Familie und die Insel fühlt sich immer noch an wie damals.

Ob es hier jetzt schon wieder Bilder von Ameland gibt? Ja. Ob das langsam mal reicht? Eher nicht. Ich war als Kind so oft hier, dass die Insel für mich einfach dazugehört. Ein paar Beiträge stehen ja schon im Blog, unter anderem alte Dias von 1989 und der eine oder andere Rückblick. Diesmal sind die Bilder frisch.

Die Anreise gehört für mich fest dazu. In Holwerd das Auto abstellen, auf die Fähre rollen und dann diese knappe Dreiviertelstunde übers Watt. Irgendwann taucht der Turm am Horizont auf und ich bin wieder acht Jahre alt. Wir wohnen in Ballum, dem kleinsten der Inseldörfer. Hier ist es ruhig, ein paar schmale Straßen, gelbe Backsteinhäuser, geliehene Räder an der Wand. Wer es voller mag, fährt nach Nes.

Und dann der Strand. Wahnsinnig breit, flach und beim aktuellen Wetter ziemlich menschenleer. Es weht ein frischer Nordwestwind, der Himmel hängt grau und schwer über dem Watt und trotzdem sitzt der Kleinen der Sand schon nach zehn Minuten überall. Kindern ist das Wetter egal. Während ein einsamer Angler weit draußen in der Brandung steht, wird hier fleißig gebuddelt, gerannt und im kalten Wasser herumgehüpft.

Ein echtes Highlight war die Traktorfahrt am Strand. Man klettert auf einen Wagen, ein alter roter Trecker zieht das Ganze über den endlos flachen Sand und dann geht es einmal quer über die Insel. Die Beine baumeln über die Kante, der Wind pfeift, vorne rumpelt die Zugmaschine. So sieht man Ecken vom Strand, an die man sonst nie kommt. Für die Kleine war das großes Kino, für mich ehrlich gesagt auch.

Rauf auf den Leuchtturm

Der rot-weiße Leuchtturm bei Hollum heißt Bornrif und steht seit 1880 mitten im Wald. 55 Meter hoch, komplett aus Gusseisen und nach oben sind es 236 Stufen. Die geht man erstmal. Oben pfeift einem der Wind um die Ohren und der Blick geht über die ganze Insel. Dünen, der schmale Weg, der sich durchs Grün schlängelt, ein paar Reiter auf dem Pfad und dahinter das Meer. Unten im Turm gibt es noch ein paar alte Sachen zu sehen, einen Taucheranzug und eine etwas gruselige Puppe in der Hängematte. Die Kleine fand beides super, ich musste einmal kurz schlucken.

Nes ist der Gegenentwurf zu Ballum. Mehr los, kleine Läden, Eis und Snacks. Wir schlendern durch die Gassen, schauen in Schaufenster und lassen es einfach laufen. Zwischendurch immer wieder raus in die Natur, in die Dünen, ans Watt mit seinem hohen Schilf und den kleinen Prielen. Diese Mischung aus Strand, Wald, Dünen und Wattenmeer auf so wenig Fläche gibt es wirklich nur hier.

Am Ende sitze ich abends da, die Füße müde, den Kopf voll mit Bildern und merke wieder, warum ich als Kind so gern hier war. Ameland verändert sich kaum. Die Frisuren auf meinen alten Dias sind andere, der Rest ist geblieben. Und meine Tochter buddelt jetzt im selben Sand wie ich damals.

Es werden also mit Sicherheit nicht die letzten Ameland-Bilder gewesen sein. Habt eine gute Woche!

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