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Fotografie Kameras & Zubehör

Lomografie

Manche halten es für Kunst, andere für Plastikkameras mit denen man keine vernünftige Fotos machen kann. Zum einen wird die Lomografie ziemlich gehypt, natürlich vor allem durch die offizielle Lomografieseite lomography.com. Das russische Original wird nicht mehr produziert, die Lomography Gesellschaft stellt ein japanisches Pendant her. Es entsteht der Eindruck, dass man Lomografie nur mit einer “originalen” Kamera der Lomografischen Gesellschaft machen kann.

Natürlich, der Trend “Lomografie” wurde durch die LOMO LC-A ausgelöst. Da die Lomografische Gesellschaft eine Monopolstellung in diesem Bereich hat, können sie natürlich auch die “Regeln” erstellen.

Ich bin auch ein großer Fan der Lomografischen Gesellschaft, man hat auf der Webseite die Möglichkeit Fotos hochzuladen, Tutorials zu erstellen, man kann sich an Workshops anmelden etc. Doch eine Frage darf gestellt werden: Kann man nur mit Kameras der Lomografischen Gesellschaft “originale” Lomos erstellen? Nein, natürlich nicht! Klar, die Kameras sind hip, sehen richtig toll aus, die Verpackungen sind für eine reine Plastikkamera (!) unglaublich hochwertig (teilweise habe ich den Eindruck die Verpackung kostet mehr als die Kamera…), es gibt tolles Zubehör

Da man die eben angesprochene Monopolstellung hat, kann man natürlich auch die Preise bestimmen, es gibt ja schließlich keine Konkurrenz und außerdem ist es ja total hip. Aber tut es nicht auch eine alte Kamera mit 35mm oder 120mm Film vom Flohmarkt oder eBay? Ich denke schon. Inspiriert durch einen Artikel vom großartigen Stilpiraten habe ich mir eben diese Beirette bei eBay ersteigert.

Alte Kameras

Die alten Kameras haben (teilweise) eine bessere Qualität und man kann sich auf das alte Handwerk konzentrieren: Man kann die Blende sowie die Belichtungszeit einstellen (ohne -wie bei der Diana- auf “sonnig”, “bewölkt” etc. zu stellen) . Man könnte natürlich auch einfach eine Digicam und Photoshop nehmen und dann den “Lomoeffekt” per Mausklick erstellen. Doch das ist mir wirklich eine Nummer zu langweilig, es gibt eigentlich fast nichts aufregerendes in der Lomografie (sowie analogen Fotografie natürlich) den entwickelten Film von dem Drogeriemarkt oder dem Fotohändler abzuholen und nicht zu wissen, was da bei raus gekommen ist. Ich bin ja selber im Besitz einiger Lomokameras, habe natürlich einige Kameras noch im Auge, aber wenn ich bedenke wieviel diese Plastikkameras kosten und was ich mit dem Geld für meine DSLR kaufen könnte, aber da kommt vermutlich wieder dieser “Kult” (wobei ich mich manchmal frage ob dieser Kult von der Lomografischen Gesellschaft erschaffen wird oder ob dieser wahrhaftig existiert) ins Spiel.

Für die Historiker: Die Entstehung der Lomografie kann man >> hier nachlesen, den Werdegang der Lomografischen Gesellschaft kann man in dieser wunderbaren Timeline nachlesen.

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2 Kommentare

  • Antworten
    Tom
    21. Oktober 2010 um 19:57

    Servus! Artikel wie diesen gefallen mir ja! Einige Dinge benötigen, damit sie gut “laufen”, scheinbar erst einen griffigen Begriff zum Vermarkten. Eigentlich hat schon mein Opa “Lomografie” betrieben – mit der Agfa Box. Da hieß das natürlich noch nicht so, aber die Linse war genau so schlecht wie die der heute einschlägig bekannten Kameras – und auch hier macht die Optik das Bild (von Lichteinfall und krummer Planlage einmal abgesehen). Interessant ist hierbei aber auch der bezug zur “Kunst”: warum wenden sich einige nicht wenige Leute wieder vom Perfektem ab und fotografieren mit den billigsten (im Sinne der Verarbeitung und Qualität) Geräten auf Film? Dies war doch vor einigen Jahren noch undenkbar! Ich schreibe jetzt übrigens, wie ich gestehen muss, auch mit einem ganz kleinen Selbstzweck: mein Link. Ich bin im Moment dabei einige “Lomo-Alternativen” auf meiner Seite aufzulisten. Hoffe, es wirkt jetzt nicht als Spam. Tom

  • Antworten
    Paul
    21. Oktober 2010 um 22:16

    Hallo Tom,

    sehr gute Idee mit Deiner Seite! Sobald ich meine Beirette mal ein bisschen besser getestet habe, poste ich hier ein ausführliches Review, vieleicht hilft Dir das ja auch.

    Um Deinen Kommentar aufzugreifen:
    Ich denke, die Hersteller haben gemerkt das dieser Megapixel-Wahn überhaupt nichts bringt. Und das ist gut so. Ein “Normalo” braucht keine 30MP oder 40 MP. Das schöne an der Lomografie ist ja: Man erwartet keine perfekten Bilder. Ich experimentiere seit einiger Zeit mit abgelaufenen Filmen (ca. 13-15 Jahre abgelaufen). Von manchen Ergebnissen bin ich zwar enttäuscht, aber es sind auch mal 4, 5 Perlen dabei und das freut einen umso mehr. Gerade die Fisheye macht bei Sonnenschein teilweise brilliante Bilder (für eine Plastiklinse).

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