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FAQ – Lost Places und Urban Exploring

Was muss ich bei meinem Besuch von Lost Places und verlassenen Orten beachten? Welche Gefahren gibt es? Was sollte ich auf jeden Fall dabei haben und mache ich mich damit strafbar? All diese Fragen beantworten wir dir hier.

Was ist ein Lost Place?

Zwischen Abriss und Verfall, Tristesse und morbidem Charme – Lost Places sind, welch eine Überraschung, verlassene Orte. Dazu gehören zum Beispiel leerstehende Gebäude oder von der Natur zurückeroberte Gelände, wie alte Industriestandorte, Freizeitparks, Krankenhäuser etc. Unter dem Begriff Urban Exploration bzw. Urbex hat sich mittlerweile eine richtige Kultur entwickelt. Wenn man diese Begriffe einmal bei Google oder Instagram eingibt, findet man tausende Beispiele. Es geht dabei vor allem darum, verlassene Orte zu entdecken und die Ästhetik des Verfalls fotografisch zu dokumentieren. Oftmals bleibt nicht viel Zeit dafür und genau das ist ein Teil des Reizes, der diese verlassenen Orte ausmacht.

Es sollte für jeden selbstverständlich sein, dass man diese verlassenen Orte, wie jeden anderen nicht verlassenen Ort auch, respektieren muss. Nur weil ein Gebäude seit Jahren verlassen ist, bedeutet dass nicht, dass man sich dort einfach austoben kann. Die Gebäude, die Einrichtungen, die Maschinen, oder was auch immer du sonst noch so in verlassenen Orten finden kannst, gehört nicht dir und genau so solltest du diese Dinge auch behandeln. Schau sie dir vorsichtig an, mach ein paar schöne Fotos und dann ist es Zeit für den nächsten Lost Place. Wenn du vor verschlossenen Türen und Fenstern stehst, das Gebäude also nicht zugänglich ist, ist das einfach zu akzeptieren.

Was ist Urban Exploration (Urbex)?

Urban Exploration, bedeutet ungefähr so viel wie Stadterkundung und beschreibt die Erkundung von Bauwerken. Urbex bezieht sich oft auf das Erforschen alter Villen & Industriebauten, aber auch von unzugänglichen Räumlichkeiten noch genutzter Einrichtungen. Im weitesten Sinne beschreibt das Urban Exploring aber auch den Besuch öffentlich zugänglicher Orte, wie Museumsanlagen und Friedhöfen.



Hausfriedensbruch bei Lost Places

Wer ohne eine entsprechende Genehmigung des Eigentümers, oder des Besitzers ein Grundstück oder ein Gebäude betritt, das erkennbar abgegrenzt (befriedet) und vor fremdem Zugang geschützt ist, begeht einen Hausfriedensbruch. Dabei ist es völlig egal, in welchem Zustand sich das Gebäude befindet. Es ist also kein Argument, wenn du eine klar erkennbare Grundstücksgrenze übertrittst, weil das Gebäude darauf ja ohnehin schon völlig heruntergekommen ist und seit Jahren leer steht. Die Abgrenzung, oder Befriedung eines Grundstücks kann übrigens mit vielen Dingen gekennzeichnet sein. Dort muss kein Zaun stehen – Wenn das Grundstück mit Steinen, Reifen abgegrenzt ist, reicht das schon aus.

Wenn du dir trotzdem Zutritt verschaffst, kann das dann möglicherweise strafbar sein. Das wird es dann, wenn der Eigentümers Anzeige erstattet, denn Hausfriedensbruch ist ein Antragsdelikt. Sind an dem verlassenen Ort, den du möglicherweise gerade betreten möchtest, keine Hinweisschilder wie „Betreten verboten“ angebracht, ändert das übrigens nichts daran, dass du möglicherweise einen Hausfriedensbruch begehst. 



Diebstahl und Sachbeschädigung

Wer sich nicht an Grundsatz „Take only photos – Leave nothing but footprints“ hält und sich während des Besuchs eines Lost Places ein Souvenir einsteckt, oder mutwillig etwas zerstört, macht sich wegen Diebstahls bzw. Sachbeschädigung strafbar. Daher sei hier noch einmal erwähnt: Benutze bitte einfach deinen Menschenverstand. Verhalte dich so, wie du es auch tun würdest, wenn der Eigentümer dich auf deiner Tour begleitet. Es sollte einfach selbstverständlich sein, sich dort respektvoll zu verhalten.

Anders als beim Hausfriedensbruch können Diebstahl und Sachbeschädigung auf Antrag des Eigentümers oder von Polizei und Staatsanwaltschaft verfolgt werden.

Warum veröffentlicht ihr keine Adressen von verlassenen Orten?

Vandalismus und Diebstahl und pure Zerstörungswut haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Viele verlassene Orte sind stark besucht und sind kaum noch sehenswert. Damit die Gebäude, mit ihrer Historie noch lange erhalten bleiben, veröffentlichen wir keine Adressen zu den Lost Places. Eine Ausnahme bilden die Orte, die ohnehin schon überall verzeichnet, oder sogar öffentlich zugänglich sind.

Gebt ihr auf Anfrage Adressen heraus?

Grundsätzlich nicht, nein. Allerdings sind wir offen für neue Projekte oder Ideen, die sich an solchen Orten umsetzen lassen. Daher steht es jedem frei, uns zu schreiben und uns damit vom Gegenteil zu überzeugen.

Welche Gefahren bringt das Fotografieren in Lost Places mit sich?

Oftmals werden die Gefahren an Orten wie alten Fabriken, unterirdischen Anlagen, oder maroden Häusern völlig unterschätzt. Durch den teilweise sehr starken Zerfall geben Böden und Decken nach. Dies führte schon oft zu schweren Unfällen und sogar zu Todesfällen.

Daher sollte man nur mit äußerster Vorsicht dieses gefährliche Hobby betreiben und sich seiner eigenen Grenzen und die der Gebäude bewusst sein. Dazu ist es wichtig, dass man solche Orte niemals alleine besucht. Falls doch einmal etwas passieren sollte, kann noch jemand Hilfe holen und weiß genau, wo du dich gerade aufhältst.

Was sollte ich beim Besuch von verlassenen Orten beachten?

  • Betrete niemals einen Lost Place alleine. Wenn du Hilfe brauchst, ist es gut, wenn du noch jemanden bei dir hast.
  • Eine weitere Person sollte immer wissen, wo du dich gerade aufhältst und wann du zurückkehren möchtest.
  • Sei aufmerksam und beobachte deine nächsten Schritte. Oft sind die Böden und Decken sehr marode und könnten unter deinem Gewicht nachgeben.
  • Kontrolliere bei jedem Schritt den Boden und die Decken mit deiner Taschenlampe (Löcher, Haltbarkeit, lose Teile).
  • Mach nichts kaputt. Andere möchten diesen Ort nämlich auch noch besuchen und dort Fotos machen.
  • Wenn du zwischendurch eine Pause machst und etwas isst, nimm deinen Müll wieder mit nach Hause.

Was sollte ich dabei haben, wenn ich einen verlassenen Ort besuche?

  • Kamera mit Tragegurt oder Handschlaufe
  • Fotorucksack für freie Hände und Proviant
  • Stabiles Stativ
  • Weitwinkelobjektiv für große Räume und enge Gänge
  • Teleobjektiv für Detailaufnahmen
  • UV-Filter auf den Objektiven, die gegen Staub und Kratzer schützen
  • Fernauslöser für die Kamera
  • Eine starke Taschenlampe
  • Festes Schuhwerk, denn oft liegen Scherben und Schrott auf dem Boden herum und das kann schnell sehr schmerzhaft werden
  • Mundschutz, denn manche Gebäude und Räume sind stark verschimmelt

Wie findest du die Lost Places?

Die Suche nach Lost Places ist sehr zeitintensiv. Beschäftigt man sich eine längere Zeit mit diesem Hobby, möchte man früher oder später gerne Lost Places sehen, die noch nicht jeder kennt. Die Recherche im Internet hilft oft weiter, aber auch da kommt man an seine Grenzen. Oftmals finden sich neue Lost Places auch dann, wenn man mit offenen Augen durch die Welt geht.

Wie viel Zeit investierst du in dein Hobby?

Das Hobby an sich ist sehr zeitintensiv. Man sucht nach neuen verlassenen Orten, kundschaftet sie aus. Dazu kommen teilweise sehr lange Anfahrtswege, die Bildbearbeitung und die Auswertung der Videoaufnahmen. Da kommen schnell sehr viele Stunden zusammen.

Lost Places in Deutschland

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