Solarcan - Die Lochkamera für extreme Langzeitbelichtungen
Analog Fotografie Projekte

Solarcan – Die Lochkamera für extreme Langzeitbelichtungen

Solarcan ist eine Lochkamera für extreme Langzeitbelichtungen in Form einer Getränkedose. Im Inneren der Dose befindet sich ein Stück Fotopapier. Öffnet man das Loch durch das Abziehen eines kleinen Aufklebers, kann Licht auf das noch unbelichtete Fotopapier fallen. Mit der Solarcan kannst du Langzeitbelichtungen über mehrere Monate ausprobieren.

Die Solarcan kommt mit ein paar sehr stabilen Kabelbindern und ist sie erstmal an ihrem Einsatzort fixiert, nimmt sie mit einer maximalen Blende von f/132 und einem Blickwinkel von 160° ein Foto auf. Die Belichtungszeit wählst du dabei selbst. Wenn du die Dose geschickt platzierst kannst du auf deinem Foto sogar den Verlauf der Sonne aufzeichnen, der sich über die Monate immer wieder verändert.

Natürlich werden auch andere Lichtquellen mit abgebildet. Lässt man sie ein paar Wochen oder sogar Monate stehen, ergeben sich spannende Langzeitbelichtungen. Die Dose ist gegen Feuchtigkeit geschützt und kann somit problemlos im Freien befestigt werden.

Meine beiden Solarcans habe ich dieses Mal im Garten verteilt. Eine war direkt am Haus und die andere an einer kleinen Gartenhütte befestigt. Damit du sehen kannst, wie das aussieht, habe ich vor der Entwicklung noch schnell ein paar Schnappschüsse davon gemacht. Die Belichtung erstreckte sich nun über knapp fünf Monate, bevor ich sie mit einem Dosenöffner unterbrochen habe. Was bei den extremen Langzeitbelichtungen herausgekommen ist, kannst du auf den folgenden Bildern sehen.



Damit man nun noch etwas besser erkennen kann, was die Solarcan da aufgezeichnet hat, habe ich vorm Abnehmen der Dose noch schnell ein Bild vom Motiv gemacht und ein paar markante Stellen kann man auf der Solarcan Aufnahme wiedererkennen. Man sieht aber zum Beispiel auch, dass das dünne Fallrohr der Gartenhütte nicht richtig stabil ist und sich im Sturm bewegt haben muss.

Die zweite Solarcan habe ich an einem Fallrohr an unserem Haus befestigt und auch sie hing nun von Anfang November 2021 bis März 2022. Leider kann man hier den Verlauf der Sonne gar nicht erkennen. Dafür hätte ich sie eventuell noch ein paar Monate länger hängenlassen müssen. Das war nun aber aufgrund des Umzugs nicht mehr möglich. Ich habe aber noch zwei weitere Solarcans hier und werde das einfach noch einmal ausprobieren.

Auch wenn es die Aufnahmen mit der Solarcan immer etwas experimentell sind, ist es dennoch jedes Mal wieder spannend, was dabei herauskommt. Ich habe die Demontage und Entwicklung der Solarcans in zwei kurzen Instagram Reels festgehalten.

Wenn du die Solarcan Lochkamera für extreme Langzeitbelichtungen auch selbst einmal ausprobieren möchtest, kannst du sie hier direkt beim Hersteller bestellen. Eine einzelne Dose kostet £15.95, was ungefähr 18 Euro entspricht. Beachte dabei nur, dass der Versand aus England erfolgt und daher etwas länger dauern kann. Es lohnt sich wohl auch eher direkt mehrere Dosen zu bestellen, um Versandkosten zu sparen.

Ein Tipp zum Schluss: Bevor du das Fotopapier aus der Solarcan scannst, solltest du vorher einmal irgendwas anderes scannen, damit dein Scanner nicht noch Testscans machen muss. Mit jedem Scanvorgang wird das immer noch sehr lichtsensitive Papier sehr viel Licht aus dem Scanner ausgesetzt. Mehr als fünf bis sechs Scanvorgänge sind da nicht drin, bis das Bild komplett weiß ist.

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