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Schärfentiefe oder Tiefenschärfe?
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Schärfentiefe oder Tiefenschärfe?

Die Schärfe ist ein wesentlicher Bestandteil in der Fotografie, aber heißt es jetzt Schärfentiefe oder Tiefenschärfe? Hier kommt man immer wieder schnell ins Schleudern, aber worin besteht denn eigentlich der Unterschied?

Sicherlich werden dir diese beiden Begriffe schon einmal untergekommen sein und vielleicht fragst du dich gerade, wo genau eigentlich der Unterschied zwischen Schärfentiefe und Tiefenschärfe ist. Um es kurz zu machen: Beide Begriffe meinen dasselbe, allerdings ist nur einer von ihnen korrekt: Die Schärfentiefe.

Die Schärfentiefe

Im Englischen wird sie als Depth of field (DOF) bezeichnet und hilft dir eventuell auch dabei, sich das nun endgültig einzuprägen. Auch bei uns hat das einige Zeit gedauert und führt selbst heute noch manchmal zu kurzzeitiger Verwirrung. Bei der Schärfentiefe geht es um die Tiefenausdehnung der Schärfe, also die Tiefe des scharf erscheinenden Raumes und da im Deutschen das Grundwort (Schärfe) dem Bestimmungswort (Tiefe) folgt, muss es korrekt Schärfentiefe heißen.

Als kleine Eselsbrücke kannst du dir vorstellen, du würdest an der Käsetheke stehen und ein Stück Gouda bestellen. Nun wirst du von der Verkäuferin gefragt, wie dick die Scheiben sein dürfen. Bei den geschnittenen Käsescheiben würdest du dann von der Scheibendicke und nicht von der Dickenscheibe sprechen und genauso verhält es sich eben auch mit der Schärfentiefe.

In einem optischen System, wie dem in deiner Kamera, aber auch in Ferngläsern, oder Spiegeln kann immer nur eine Ebene scharf abgebildet werden. Das menschliche Auge nimmt Gegenstände als scharf wahr, wenn sie klare Kanten und Linien aufweisen können. Schärfentiefe ist also der Bereich vor oder hinter der gewählten Schärfenebene liegt und vom Auge noch als scharf wahrgenommen wird, auch wenn er es im eigentlichen Sinne gar nicht mehr ist.

Schärfentiefe oder Tiefenschärfe?

Geringe Schärfentiefe bei einer Konzertaufnahme

Die Schärfentiefe wird in der Fotografie oftmals als Gestaltungsmittel eingesetzt. Wählt man eine geringe Schärfentiefe, so kann man sein Motiv so stark vom Hintergrund absetzten, dass es fast wie freigestellt wirkt. Dieser Effekt bietet sich besonders bei Portrait an. Ein weiterer großer Vorteil ist, dass der Hintergrund nicht mehr von Ihrem eigentlichen Motiv ablenken kann.

Was wirkt sich auf die Schärfentiefe aus?

  1. Die Blende: Je weiter die Blende deiner Kamera geöffnet ist, desto geringer ist die Schärfentiefe. Andersrum verhält es sich genauso. Mit der größten dir zur Verfügung stehender Blendenzahl erhältst du ein Maximum an Schärfentiefe.
  2. Der Zerstreuungskreis: Der Zerstreuungskreis kann als Auflösungsvermögen des verwendeten Mediums verstanden werden. In unserem Fall geht es also um die Auflösung des Sensors unserer Kamera. Je kleiner der Zerstreuungskreis, also je höher die Auflösung, desto größer ist die Schärfentiefe.
  3. Der Abbildungsmaßstab: Der Abbildungsmaßstab ergibt sich aus der gewählten Brennweite und dem Abstand zum gewünschten Motiv. Um es hier möglichst einfach zu halten: Je geringer der Abstand zum Motiv und je länger die Brennweite, desto geringer die Schärfentiefe. Denk an dieser Stelle nur mal an die Makrofotografie.

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