Street Photography
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Street Photography

Street Photography ist eine der Königsdisziplinen in der Fotografie. Wenn man sich einmal die Bilder von berühmten Straßenfotografen wie Henri Cartier-Bresson anschaut, kann man erahnen, wie viele Bilder gemacht werden mussten, um diese teils unperfekt-perfekten Fotografien entstehen zu lassen. Aber was ist Street Photography überhaupt?

Diese Frage solltest du dir selbst beantworten können, bevor du dich darin ausprobierst. Street Photography zeigt das Leben im öffentlichen Raum und das am besten ungestellt. Versuche möglichst unauffällig zu fotografieren, damit sich die Menschen oder Tiere auf deinen Bildern möglichst normal verhalten. Oftmals werden hier Menschen fotografiert, was aber nicht unbedingt zwingend notwendig ist. Genauso gut können es Tiere oder Gegenstände sein, die du als Motiv für deine Fotos nutzt.

Auch wenn man es bei dem Namen Street Photography vermuten könnte, bezieht sich dieses Genre nicht allein auf die Straßen der Stadt, sondern auch auf alle anderen Bereiche des öffentlichen Lebens. Weiterhin soll in der Street Photography möglichst wenig nachbearbeitet werden. Einige Fotografen lehnen es sogar ab, wenn Bilder im Nachhinein zugeschnitten werden, aber das halten wir für ziemlich überzogen. Es bleibt schließlich dir selbst überlassen, wie du dich mit dem Thema auseinandersetzen möchtest und dann spricht auch nichts dagegen, wenn du den Bildausschnitt in der Nachbearbeitung noch mal etwas optimierst.

Henri Cartier-Bresson

Henri Cartier-Bresson wurde 1908 in Frankreich geboren und war als Fotograf und Filmemacher Mitbegründer der berühmten Foto- und Fotografenagentur Magnum Photos. Er selbst war für seine Schwarzweiß Fotografie bekannt und fotografierte während des zweiten Weltkriegs unter anderem die Befreiung von Paris. Er gilt als Vorreiter der Straßenfotografie und wurde durch seine eindrucksvollen Aufnahmen weltberühmt.

Street Photography

In der heutigen Zeit können wir uns mittels der Digitalfotografie glücklich schätzen, mehrere hundert Bilder machen zu können, ohne diese danach teuer entwickeln zu lassen. Allerdings schließt das eine das andere nicht aus: Natürlich kannst du auch weiterhin analoge Straßenfotografie betreiben. Wir möchten dich sogar dazu animieren, denn wenn jedes Bild tatsächlich Geld kostet, denkst du automatisch nochmal ganz anders über deine Motivwahl nach.

Für die Street Photography ist eine kleine unauffällige Kamera die wohl beste Wahl. Du solltest dich gut mit deiner Kamera auskennen, damit du sie im besten Fall nur schnell auf das gewünschte Motiv richten und auslösen musst. Spiele dabei mit der Schärfentiefe. Wenn du mit einer offenen Blende fotografierst, hebst du dein Motiv automatisch vom Hintergrund ab. Die Belichtungszeit sollte in den meisten Fällen möglichst kurz gewählt werden, damit du sich bewegende Motive ohne Bewegungsunschärfe einfangen kannst. Ein schwenk- und klappbares Display hilft dir dabei, aus der Hüfte oder dem Sitzen heraus unauffällig zu fotografieren. Wenn du im Stehen die Kamera vor dein Gesicht halten musst, fällt das eben auf.

Wenn du ein Zoom Objektiv verwendest, kannst du dich auch etwas abseits positionieren und unauffällig das Geschehen verfolgen. Viele Fotografen halten das allerdings nicht für die richtige Street Photography, weil man sich dabei dann eben nicht mittendrin befindet. Mit einer Festbrennweite musst du deutlich näher an dein Motiv heran und fällst im Zweifelsfall auf. Du kannst natürlich auch Menschen ansprechen und ihnen erklären, was du vorhast. Das kann dazu führen, dass sie sich nicht mehr natürlich verhalten und du möchtest ja eigentlich ungestellte Bilder aufnehmen. Es können sich aber auch tolle Situationen mit neuen Menschen ergeben. Wichtig ist, dass du dich mit deiner Art der Fotografie wohl fühlst und du keine fremden Menschen damit belästigst. Lass dich nicht von den Meinungen anderer Fotografen in deiner Fotografie einschränken.

Warum soll es denn eine Königsdisziplin sein, wenn ich einfach nur Fotos in der Innenstadt mache? Die Antwort auf diese Frage erschließt sich nicht auf den ersten Blick. Es gibt auch in deiner Innenstadt an jedem Tag etwas Neues zu entdecken. Allein, dass wir nicht jeden Tag dieselbe Kleidung tragen, trägt zu einem sich stets veränderndem Stadtbild bei.

An jedem Tag fällt das Licht ein wenig anders, Menschenansammlungen je nach Uhrzeit, Plakate ändern sich. Auch die täglichen Routinen in der Innenstadt, denke hierbei an Straßenbahnen oder Busse, die im Takt fahren, kann man mit einbeziehen. Die Kunst der Street Photography ist es, das alltägliche Treiben auf den Straßen deiner Stadt als Besonderheit abzulichten bzw. interessante Szenen herauszufiltern und dazu braucht es einiges an Übung. Wir möchten dir daher an dieser Stelle noch ein paar Praxis Tipps mit an die Hand geben, mit denen du deine Street Photography verbessern kannst.

Tauche ins Geschehen ein

Wenn du an dem Ort angekommen bist, an dem du fotografieren möchtest, lege am besten nicht direkt los. Lass dir Zeit und beobachte deine Umgebung. Was machen die Menschen an diesem Ort? Wie verhalten Sie sich? Wie sind die Abläufe? Genau so solltest du erst einmal schauen, ob es irgendwelche markanten Objekte gibt, die du mit in deine Bilder einfließen lassen kannst. Diese Beobachtungen gehen manchmal sogar über die rein visuellen Eindrücke hinaus. Wenn du feststellst, dass eine Szene emotional auf dich einwirkt, ist es wahrscheinlich, dass es dann auch dein Foto bewirken kann.

Seien Sie kreativ

Leider kannst du nicht einfach so einen Schalter umlegen und bist dann direkt in einem Kreativ-Modus. Das muss man üben und man muss es wollen. Lasse dich auf deine Umgebung ein und versuche nicht zwanghaft alles perfekt zu machen, denn das wird dir sowieso nicht gelingen. Es gibt immer Faktoren, die nicht zu 100% stimmig sind. Manchmal ist es das Licht, die falschen Menschen auf der Straße, oder der Fokus, der nicht richtig sitzt. Das gehört dazu und ist ganz normal. Lasse dich davon nicht ablenken und baue diese kleinen Fehler einfach mit in deine Komposition ein. Wir haben uns beispielsweise angewöhnt, die Bilder, die wir auf der Straße machen, erst zuhause auszuwerten und nicht bereits vor Ort.
Wir haben festgestellt, dass man damit den kreativen Prozess unterbricht, weil man automatisch damit beginnt, seine Aufnahmen in gut und schlecht zu unterteilen. Wenn man unterwegs andauernd auf sein Kameradisplay schaut, um seine Aufnahmen durchzusehen, verpasst man im Zweifelsfall sogar die spannendsten Szenen.

Schlechte Fotos sind normal

Du hast bei der Street Photography nicht viel Zeit, um dein Bild zusammenzustellen, daher ist es ganz normal, dass ein Großteil der Bilder nichts wird. Das ist ganz normal und bei allen Fotografen gleich. Nimm diesen Ausschuss, um davon zu profitieren. Du kannst dir die Bilder anschauen und aus deinen Fehlern lernen. Es wird dir dabei helfen, beim nächsten Mal etwas weniger Fehler zu machen und somit wirst du im Laufe der Zeit immer schneller und präziser. Gehe regelmäßig fotografieren und besinne dich dabei auf das, was du aus deinen letzten Aufnahmen gelernt hast. Versuche es einfach noch einmal und wenn es wieder nicht funktioniert, wird es vielleicht beim nächsten Mal etwas.

Reduziere dich selbst

Wenn in deinen Aufnahmen zu viel passiert, kann das schnell unruhig wirken und damit die Bildwirkung zunichte machen. Hier hilft es, sich selbst und auch die eigenen Bilder zu reduzieren. Nimm nur das Nötigste mit – Eine Kamera, ein Objektiv, ein Ersatzakku und eine zusätzliche Speicherkarte sollten völlig ausreichen. Wenn du zu viel Auswahl mitnimmst, bremst du dich damit selbst aus. Du solltest dich gar nicht fragen können, welches Objektiv du für die aktuelle Umgebung am besten benutzen solltest. Deine Bilder kannst du reduzieren, indem du näher an dein Motiv herangehst, oder die Perspektive wechseln. Schaue dich doch beim nächsten Mal um, ob Sie eine Szenerie auch von oben fotografieren lässt. Versuche dich bei der Street Photography auf jeweils ein Bildelement zu fokussieren.

Verschiedene Uhrzeiten ausprobieren

Wenn du ein interessantes Motiv entdeckst, aber das Gefühl hast, dass noch irgendwas fehlt, versuche doch einfach ein und dasselbe Motiv zu unterschiedlichen Uhrzeiten zu fotografieren. Fotos, die tagsüber entstehen, haben eine komplett andere Wirkung, als wenn du sie nachts aufnimmst. An ein und demselben Ort spielen sich zu unterschiedlichen Uhrzeiten oftmals komplett unterschiedliche Dinge ab.

Sei geduldig

Geduld und Ausdauer sind zwei der wichtigsten Faktoren in der Street Photography. Es kann manchmal einfach etwas dauern, bis sich interessante Szenen entwickeln. Wenn du ein spannendes Motiv entdeckt hast, kannst du einfach dort warten, bis sich der richtige Zeitpunkt zum Auslösen ergibt. Parkbänke, kleine Mauern und Hauseingänge laden zum Verweilen ein. Wenn du dort wartest, kannst du dich in der Zwischenzeit in Ruhe vorbereiten und deine Kamera schon mal einstellen. Dazu hilft dir die Wartezeit auch dabei, weiter in den aktuellen Ort einzutauchen. Du wirst damit irgendwann eins mit der Umgebung und fällst gar nicht mehr so sehr auf.

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