Verwackelte Bilder vermeiden
Fotografieren lernen Fotografie Kameras & Zubehör Tipps & Tricks

Verwackelte Bilder vermeiden

Wenn man über die Schärfe von Fotos spricht, darf man auch das Thema der Verwackelten Aufnahmen nicht komplett außer Acht lassen. Wenn deine Bilder verwackelt sind, gibt es dafür eigentlich nur zwei mögliche Gründe: Entweder hältst du deine Kamera während der Aufnahme nicht ruhig genug, oder du hast eine zu lange Verschlusszeit gewählt und versuchst ein sich bewegendes Motiv zu fotografieren.

In dem Fall mit dem sich bewegenden Motiv, wäre die Bewegung nicht eingefroren und es entsteht eine Bewegungsunschärfe. Die Unschärfe entsteht dann dadurch, dass die Lichtstrahlen nicht mehr einen einzigen Punkt auf dem Sensor belichten, sondern eine Art Lichtspur über den Sensor ziehen. Die Bewegungsunschärfe kann aber auch als Gestaltungsmittel eingesetzt werden.

Du siehst, dass die Ursachen unterschiedlich sein können, aber die Ergebnisse sind dieselben: Du bekommst unscharfe Bilder und das ist in den meisten Fällen eher nicht gewollt. Besonders ärgerlich ist, dass man die Verwackelungen auch in der Nachbearbeitung nicht, oder nur sehr bedingt entfernen kann.

Mit diesen einfachen Tipps lassen sich Verwackelungen relativ einfach vermeiden:

1. Verwende ein Stativ

Die einfachste Methode, um Verwackelungen zu vermeiden ist auch die offensichtlichste: Verwende ein Stativ. Dabei solltest du darauf achten, dass der Bildstabilisator dabei nicht eingeschaltet ist, sofern dein Objektiv über einen solchen verfügt. Ansonsten kann es passieren, dass dieser auf einmal genau das Gegenteil bewirkt. Je weiter du dein Objektiv ausfährst, desto instabiler wird es. Am besten lässt du auch die Mittelsäule des Stativs eingefahren. Eine ausgefahrene Mittelsäule sorgt ebenfalls dafür, dass die Stabilität enorm abnimmt.

Wenn du ein sehr leichtes Stativ verwendest und es gerade windig ist, empfehlen wir dir, entweder Gewichte auf die Füße des Stativs zu legen oder diese an die Mittelsäule zu hängen. Das kannst du zum Beispiel auch mit Steinen, oder deinem Fotorucksack machen, wenn du gerade nichts anderes zur Verfügung hast.
Nun kann eigentlich nichts mehr schiefgehen, selbst wenn du eine längere Verschlusszeit wählst. Denke aber bitte daran, dass selbst mit einem Stativ immer noch Bewegungsunschärfe auftreten kann.

2. Hilfsmittel verwenden

Gerade auf längeren Fototouren ist schweres Gepäck hinderlich. Wenn du dein Stativ bewusst zuhause gelassen, oder es vergessen haben solltest, kann man sich allerlei anderer Hilfsmittel bedienen. Es gibt für wenig Geld kleine, mit Bohnen gefüllte Säckchen, die auf so ziemlich jedem Untergrund eine geeignete Ablage für deine Kamera ergeben. Wenn du merkst, dass du die Kamera nicht lange genug ruhig halten kannst, stütze Sie die Kamera auf diesem Säckchen ab. Das Kissen passt sich der Form der Kamera an und mit etwas Druck verwackelt dann nichts mehr.

Wenn du aber auch so etwas dabei hast, schaue dich einfach mal in deiner Umgebung um. Oftmals finden sich dort nämlich auch natürliche Stative. Wenn es etwas höher sein soll, bieten sich zum Beispiel Astgabeln an. Ein weiterer Vorteil dabei: Du begibst dich aus deiner gewohnten Positionen heraus und erzeugst damit vielleicht interessante Perspektiven, die du sonst gar nicht wahrgenommen hättest.

3. Kamera sicher halten

Wenn du weder ein Stativ zur Hand hast noch eine geeignete Alternative auftreiben kannst, kann man auch durch die richtige Körperhaltung einiges bewirken. Halte deine Kamera, soweit es eben geht am Körper. Wenn du deine Arme lang ausstreckst, beginnen diese umso mehr zu zittern. Ein unscharfes Foto ist da schon fast vorprogrammiert.
Auch wenn deine Kamera über ein sehr gutes Display verfügt, solltest du stets zum Fotografieren durch den Sucher gucken. Dabei stützt du nämlich deine Kamera utomatisch an deinem Kopf ab und minimierst dadurch mögliche Bewegungen.

Wir haben für uns herausgefunden, dass es sich dazu noch empfiehlt, mindestens einen Arm direkt an den Körper zu drücken. Versuche mal deinen Ellenbogen an deinem Rumpf abzulegen. Das bringt zusätzliche Stabilität. Wenn es sich anbietet, Kannst du dich z.B. auch auf oder an eine Mauer lehnen, um weitere Stabilität zu bekommen. Das mag zwar vielleicht erstmal ungewohnt sein und von außen betrachtet seltsam aussehen, aber die Ergebnisse sind es wert.

4. Bildstabilisatoren

Nun haben wir alle Punkte besprochen, die du mit Hilfsmitteln oder deiner Körperhaltung beeinflussen kannst. Es gibt dann noch ein paar andere Faktoren, die Verwackelungen vorbeugen können. Viele, vor allem aber höherpreisige, Objektive verfügen über eingebaute Bildstabilisatoren. Diese gleichen deine Bewegungen bis zu einem gewissen Maße durch bewegliche Linsen wieder aus.
Auch Kameras können über integrierte Bildstabilisatoren verfügen. Diese gleichen die Bewegungen dann natürlich nicht mit einer Linse, sondern mit einem sich bewegenden Bildsensor aus. Diese Technik hilft dir dabei, im Optimalfall zwei bis drei Blendenstufen länger belichten zu können.

5. Belichtungszeit verkürzen

Alle bisher aufgeführten Methoden helfen dir dabei, dass deine Aufnahmen nicht verwackeln. Sie ändern jedoch nichts daran, dass Bewegungsunschärfen auftreten können. Die Belichtungszeit zu verkürzen, hilft hingegen gegen beide Arten von Verwackelungen. Wenn du die Belichtungszeit verkürzt, musst du entweder den ISO Wert erhöhen, oder die Blende weiter öffnen. Ein höherer ISO Wert erzeugt irgendwann ein vermehrtes Bildrauschen und die offene Blende (kleine Blendenzahl) sorgt für weniger Schärfentiefe. Hier gilt es also ein gutes Mittelmaß zu finden. Dazu brauchst du nichts weiter als etwas Übung.

Eine kürzere Belichtungszeit sorgt außerdem dafür, dass die Bewegungen deiner Motive eingefroren werden. Wenn wir beispielsweise Kinder fotografieren, arbeiten wir niemals mit mehr als 1/250 Sekunde. Denn vor allem junge Kinder sind immer in Bewegung und alles andere führt erfahrungsgemäß zu einem Speicherkarte voll mit verwackelten Bildern.

Mit der Zeit wirst du einigermaßen zuverlässig wissen, in welchen Situationen du welche Einstellungen benötigst. Letztendlich hängt das auch ein bisschen davon ab, ob du beim Fotografieren ein ruhiges Händchen beweisen kannst.

6. Blitz verwenden

Wenn das alles nicht weiterhilft, kannst du noch auf einen Blitz zurückgreifen. Blitzgeräte sorgen dafür, dass man auch bei wenig Umgebungslicht, mit kurzen Belichtungszeiten arbeiten kann. Blitzgeräte sind in der Lage für kurze Augenblicke die Umgebung und somit dein Motiv ausreichend stark auszuleuchten.
Durch die Verwendung eines Blitzgeräts können aber weitere Nebeneffekte entstehen.

Die große Fotoschule: Das Handbuch zur digitalen Fotografie

Umfassend, aktuell und inspirierend – das Standardwerk zur digitalen Fotografie. Von den technischen Grundlagen bis zur Praxis bietet dieses Handbuch das komplette Wissen zu Kamera- und Objektivtechnik, Umgang mit Licht, Scharfstellung, Regeln der Bildgestaltung, Bildbearbeitung u.v.m. Jetzt kaufen

Unterstütze diesen Blog

Unser Server, die Domain und die ganze Technik kosten Geld. Du kannst uns helfen, diesen Blog werbefrei zu halten. Wie? Werde UnterstützerIn bei Patreon und erhalte dafür tolle Geschenke, oder trink doch einen Kaffee bei Ko-Fi mit uns - Wir danken dir!

Keine Kommentare

    Antworten

    Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.