Mein iPhone & Ich - Fotografieren mit dem Smartphone
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Mein iPhone & Ich – Fotografieren mit dem Smartphone

Dieser Beitrag soll dir neue Ideen und Denkanstöße zu deiner Smartphone-Fotografie liefern. Eventuell sind sogar ein paar Kniffe dabei, die du bisher noch nicht kanntest, da die Einstellungsmöglichkeiten ja mit jedem Softwareupdate zunehmen.

Wenn ich unterwegs bin, meine Kamera nicht dabei habe und spontan etwas fotografieren möchte, nehme ich mein iPhone zur Hand. Das habe ich auf jeden Fall immer in meiner Hosentasche. Wenn du nun kein iPhone, sondern ein Android Smartphone besitzt, musst du den Browsertab nicht direkt schließen. Vieles lässt sich 1:1 auf Android übertragen, da das Angebot an Apps nahezu identisch ist.

Kameraeinstellungen

Die hier vorgestellten Kameraeinstellungen beziehen sich auf ein iPhone 13 Pro Max mit iOS 15. Es kann also sein, dass sich die dargestellten Menüs im Laufe der Zeit leicht verändert haben. Es ist sinnvoll, sich selbst einmal mit den ganzen Einstellungen zu befassen. Hat man diese dann einmal an seine persönlichen Bedürfnisse angepasst, kann man sie im Grunde danach auch direkt wieder vergessen. Falls du gerade darüber nachdenkst, dir ein neues iPhone zuzulegen: Das iPhone 14 gibt es aktuell schon ab 849,00 €.

Um in die Kameraeinstellungen zu gelangen, öffne einfach die Einstellungen deines iPhones, scrolle ein bisschen nach unten und tippe dann auf den Menüpunkt „Kamera“. Hier kannst du nun die allgemeinen Kameraeinstellungen vornehmen. Lass uns von oben nach unten durch die für mich essenziellen Einstellungen gehen. Als obersten Punkt findest du in der Liste „Formate“. Hier kannst du festlegen, in welchem Format die Fotos und Videos abgespeichert werden sollen.

Solltest du deine Aufnahmen auch unter Windows und Android verwenden wollen, solltest du hier „Maximale Kompatibilität“ auswählen. Apple Pro Raw steht nur bei den Pro Geräten zu Verfügung. Wenn du diese Einstellung sehen kannst, bietet es sich an, diese auch zu aktivieren, denn dann stehen dir anschließend mehr Bearbeitungsmöglichkeiten zur Verfügung. Apples Kamera-Software setzt bei diesem Format keine Algorithmen ein, um das Bild in irgendeiner Form zu beeinflussen und zu verbessern. Du erhältst also die reinen Rohdaten. Durch verschiedene Technologien erhältst du ein Bild im DNG Format, welches sich maximal bearbeiten lassen soll.

Um bei Videoaufnahmen eine bessere Soundqualität zu erhalten, solltest du in jedem Fall „Stereoton aufnehmen“ aktivieren, wenn dein iPhone dir diese Funktion zur Verfügung stellt. Der Stereoton verbraucht nur unwesentlich mehr Speicherplatz, aber die Soundqualität ist in den Videos dann deutlich besser.

Als nächstes solltest du dich entscheiden, in welcher Auflösung du deine Videoaufnahmen gespeichert haben möchtest. Das würde ich davon abhängig machen, wie viel Speicher das iPhone besitzt und was du mit den Videos im Nachhinein noch machen möchtest. Wenn du deine Videoaufnahmen nur für private Erinnerungen nutzt, kannst du hier auch eine geringere Auflösung wählen und so etwas Speicherplatz sparen.

Meine Video Einstellungen sind sehr hoch gewählt, da ich mein iPhone auch zum Filmen und Produzieren von YouTube Videos nutze. Die Videos verbrauchen dann sehr viel Speicher, so dass ich Sie nach der Aufnahme direkt auf meinen Computer übertrage und wieder vom iPhone lösche.
Unter dem Punkt „Einstellungen behalten“ kannst du einstellen, welche Aufnahmemodi auch nach dem vollständigen Beenden der Kamera App beibehalten werden sollen. So kannst du hier zum Beispiel einstellen, dass der zuletzt gewählte Kameramodus beibehalten wird. Damit kannst du direkt wieder auf den Portrait Modus zugreifen, ohne diesen beim Öffnen wieder auswählen zu müssen.

So können Sie hier zum Beispiel einstellen, dass der zuletzt gewählte Kameramodus beibehalten wird. Damit könnten Sie direkt wieder auf den Portrait Modus zugreifen, ohne diesen beim Öffnen wieder auswählen zu müssen.
Unter dem Abschnitt „Komposition“ würde ich Ihnen empfehlen, das die Rasteransicht zu aktivieren. Öffnen Sie danach die Kamera App so wird Ihnen auf dem Display ein 3×3 Feld angezeigt, was Ihnen bei Ihren Aufnahmen die Komposition, sowie die Ausrichtung des Smartphones erleichtert.

Nützliche Helfer

Aktiviere „QR-Codes scannen“ und „Live-Text“, damit du mit deiner Kamera App QR-Codes scannen kannst, ohne dafür eine separate App herunterladen zu müssen. Die „Life-Text“ Funktion erlaubt es, Schrift, die in deinen Aufnahmen vorkommt, einfach zu kopieren, oder sie übersetzen zu lassen. Alle übrigen Einstellungen habe ich ebenfalls aktiviert. Diese sind erstmal nur als nützliche Helfer im Hintergrund anzusehen, auf die wir hier nicht genauer eingehen wollen.

Mit einem ganz einfachen Trick lassen sich auch ohne Stativ Langzeitbelichtungen mit dem Smartphone aufnehmen.
Dazu musst du den Live-Modus aktivieren. Nach der Aufnahme wischst du das entstandene Foto nach oben und kannst nun zwischen Live, Endlosschleife, Abpraller und Langzeitbelichtung auswählen. Wähle Langzeitbelichtung und nun werden alle während der Live-Photo-Aufnahme entstandenen Bilder zu einer Langzeitbelichtung zusammengerechnet.

Mein iPhone & Ich

Nun möchte ich dir noch kurz zeigen, wie ich mit meinem iPhone fotografiere. Ich öffne die Kamera App und beginne damit, das iPhone vor meinem gewünschten Motiv auszurichten. Das in den Einstellungen aktivierte Raster hilft mir dabei, darauf zu achten, dass ich mein iPhone gerade von dem Motiv platziere. Außerdem hilft das Raster bei der Bildkomposition.

Versuche hierbei stets die wichtigsten Aspekte des Motivs auf den Schnittpunkten des Rasters zu platzieren. Damit sollte sich deine Aufnahme automatisch an die Regeln des Goldenen Schnitts halten und somit harmonischer wirken.
Falls du dich schon mal gefragt hast, was diese beiden Kreuze bedeuten: Wenn beide Kreuze direkt übereinander liegen, hältst du dein iPhone exakt waagerecht.

Grundsätzlich nehme ich alle Bilder im 4:3 Format auf. Solltest das ändern wollen, kannst du in der Kamera App am oberen Rand das Menü aufklappen. Dort lassen sich dann verschiedene Formate auswählen. Die Zoomfunktion nutze ich erst, seitdem Apple den iPhones mehrere Linsen spendiert hat. Der digitale Zoom bleibt aber weiterhin unangetastet und auch du solltest besser die Finger davon lassen.

Videos werden damit sehr wackelig, Fotos schnell unscharf. Nimm deine Bilder lieber im Bereich des optischen Zooms auf und schneide Sie es anschließend zurecht. Damit verlierst du nicht schon während der Aufnahmen Bildinformationen.

Meistens passe ich dann noch die Belichtung manuell etwas an. Das iPhone neigt immer noch dazu, helle Bereiche überzubelichten. Wenn du einmal auf den Fokuspunkt tippst und den Finger auf dem Display lässt, kannst du durch auf und ab Bewegung des Fingers die Belichtung des Bildes anpassen.

Nachdem ich mit meinen Aufnahmen zufrieden bin, bearbeite ich sie entweder direkt mit Apples hauseigener Fotos App, oder mit der VSCO App. Apple hat in den letzten Jahren viel an ihrer Fotos App gearbeitet, so dass man nun auch hier schnell und einfach Bilder begradigen und Belichtungen korrigieren kann. Selbstverständlich bietet sie noch viel mehr Möglichkeiten zur Bildbearbeitung, die ich aber aus reiner Gewohnheit heraus selten, bis gar nicht nutze.

Allerdings hat sich auch die VSCO App im Laufe der letzten Jahre stark verändert und das leider nicht zum positiven. Hier wird aktuell viel auf Communities und Abo Verkäufe gesetzt, was mir immer bitterer aufstößt. Mit dieser App begradige ich im ersten Schritt meine Aufnahmen und korrigiere ggf. die Helligkeiten im Bild. Auch lassen sich über zwei Schieberegler stürzende Linien relativ einfach beseitigen. Passe bitte auf, dass du nicht alles komplett begradigst, da die Bilder sonst schnell unnatürlich wirken.

Je nachdem, was ich mit den Bildern danach vorhabe, passe ich den Look des Bildes mithilfe eines Filters an. VSCO bietet hier auch eine Funktion, den für das aktuelle Bild am besten passenden Filter vorzuschlagen. Im Laufe der Zeit wird man aber auch hier seine Favoriten finden. Das iPhone 12 Pro Max löst mit 12 Megapixeln auf, was bei einer Druckqualität von 300 dpi immer noch für eine maximale Druckgröße von maximal 26 x 34cm ausreicht. Da man aber in den seltensten Fällen eine so hohe Druckqualität benötigt, kann man mit den Bildern, die man mit dem iPhone aufnimmt, eigentlich alles machen, was man so im Alltag braucht.

Für mich ist das iPhone aus meinem täglichen Gebrauch nicht mehr wegzudenken und das gilt auch für die Smartphone Fotografie. Wenn wir längere Touren planen, nutzen wir dazu mittlerweile auch unsere Smartphones, als Schweizer Taschenmesser. Mit Apps wie Golden Hour, oder PhotoPills lassen sich der Verlauf der Sonne, das Wetter und auch nachts sichtbare Sterne vorausplanen. Um auch im Nachhinein nachvollziehen zu können, wo man fotografiert hat, kann man mit dem Smartphone an jedem Ort ein paar Bilder machen und anschließend die GPS-Daten auf die Bilder der Kamera anwenden. Das kann z.B. in Lightroom ganz einfach erledigt werden.

Nach einer gewissen Eingewöhnungsphase wirst du bestimmt auch merken, dass das Fotografieren, ob nun mit dem Smartphone oder einer Kamera beinahe automatisch geschieht, ohne dass du all die hier erwähnten Punkte bewusst beachtest. Das führt dann auch dazu, dass dir immer bessere Aufnahmen gelingen werden, denn auch das beste Smartphone wird dir nicht von allein tolle Aufnahmen erstellen. Dazu gehört einfach auch die Routine, die sich aus regelmäßiger Übung ergibt.

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