Wieso sehen wir Farben?
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Wieso sehen wir Farben?

Das Farbensehen ist eine Fähigkeit deines Auges, die durch eine komplexe Zusammenarbeit von Auge und dahinter gelegenen Sehzentren ermöglicht wird. Wahrgenommenes Licht wird dabei nicht nur nach der Intensität, sondern auch nach der Wellenlänge farbig bewertet.

Farbsehen

Das Sehen von Farben, oder viel mehr das Interpretieren von Farben, ist evolutionär bedingt. So konnten unsere frühen Vorfahren bereits verschiedene Früchte, Nüsse und Pflanzen besser voneinander unterscheiden. Diese Tatsache verschaffte Ihnen einen Vorteil bei der Nahrungssuche und somit beim Überleben. Ein Blick in die Tierwelt zeigt uns, dass das auch anders geht. Hunde haben beispielsweise deutlich weniger Rezeptoren zur Farbwahrnehmung, aber dafür einen wesentlich besser ausgeprägten Geruchssinn und ein viel besseres Gehör als der Mensch.

Einige Objekte strahlen selbst Licht aus. So können zum Beispiel Sterne, oder ein glühendes Stück Metall Licht aussenden und abhängig von ihrer Temperatur in unterschiedlichen Farben erscheinen. Bei Gegenständen, die selbst nicht leuchten, entsteht ihre Farbe eben dadurch, dass sie von Licht angestrahlt werden und nur Teile davon reflektieren. Das reflektierte Licht nehmen wir dann als Farben wahr.

Die Tomate besitzt zum Beispiel einen bestimmten roten Farbstoff (Lycopin), der in der Lage ist, den Grünanteil des Lichts zu absorbieren. Dementsprechend werden diese grünen Anteile nicht mehr von der Tomate reflektiert und dadurch treffen nur noch Wellenlängen auf unser Auge, die dann durch unser Nervensystem als roter Farbton wahrgenommen werden.

Es gibt aber auch noch weitere Farben, die unser Auge aufgrund ihrer Wellenlänge nicht sehen kann. Es gibt zahlreiche kurze und lange Wellenlängen, die unsere drei Zapfenarten nicht erfassen können. Radiowellen können beispielsweise eine maximale Länge von 100 km erreichen.

Nur weil unser Auge nicht in der Lage ist, diese Wellenlängen zu erfassen, bedeutet das aber noch lange nicht, dass sie für alle Lebewesen unsichtbar sind. Es gibt Tierarten, die über wesentlich mehr Zapfenarten verfügen. So können Schmetterlinge mit ihren vier verschiedenen Arten von Zapfen sogar ultraviolettes Licht sehen.

Den aktuellen Rekord hält der Fangschreckenkrebs. Er besitzt 12 verschiedene Zapfenarten. Was dieses Tier alles wahrnehmen kann, bleibt für uns aktuell wohl unvorstellbar. Wenn man aber bedenkt, wie viele verschiedene Eindrücke man jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit wahrnimmt, können wir wohl eher froh darüber sein, nicht noch mehr davon auf einmal verarbeiten zu müssen.

Störung der Farbwahrnehmung

Wir brauchen unsere unterschiedlichen Zapfenarten, um die unterschiedlichen Reize miteinander vergleichen und damit unterscheiden zu können. Fehlen uns diese Vergleichsmöglichkeiten, oder sind sie eingeschränkt, kommt es zu einer fehlerhaften Farbwahrnehmung.
Wahrscheinlich hast du nun direkt das Wort „Farbenblind“ im Kopf, aber an dieser Stelle müssen wir zwischen der Farbenblindheit und der Farbfehlsichtigkeit unterscheiden.
Lass uns deshalb kurz einen Blick auf die folgenden vier verschiedenen Möglichkeiten von fehlerhafter Farbwahrnehmung werfen:

Achromasie – Totale Farbblindheit
Man spricht von einer totalen Farbblindheit wenn keine der drei Zapfenarten funktioniert. Die davon betroffenen Menschen können nur Graustufen wahrnehmen und verfügen dabei auch nur über eine sehr geringe Sehschärfe, da die Zapfen schließlich maßgeblich für unser Scharfsehen zuständig sind.

Protanopie – Rotblindheit
Sind die L-Zapfen in ihrer Funktion eingeschränkt, ist das Wahrnehmen von roten Farbtönen gestört. Von der Protanopie betroffene Menschen haben eine eingeschränkte Farbwahrnehmung und nur zwei von drei Zapfentypen.

Deuteranopie – Grünblindheit
Bei der Deuteranopie ist das Wahrnehmen von roter Farbe eingeschränkt. Auch hier sind wieder nur zwei von den drei Zapfentypen vorhanden.

Tritanopie – Blaublindheit
Bei der Blaublindheit fehlen die S-Zapfen in der Netzhaut. Von der Tritanopie betroffene Menschen können nicht zwischen Blau und Gelb unterscheiden. Dadurch dass dieser Zapfentyp aber am wenigsten häufig vorhanden ist, ist die Sehstärke an sich kaum eingeschränkt.

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