Lost Places fotografieren
Fotografieren lernen Fotografie Lost Places

Lost Places fotografieren

Lost Places sind verlassene Orte, an denen sich früher einmal Menschen aufgehalten haben, dann aber irgendwann aufgegeben, verlassen und vergessen wurden. Dazu gehören zum Beispiel leerstehende Gebäude oder von der Natur zurückeroberte Areale, wie alte Industriestandorte, Freizeitparks und Krankenhäuser. Unter dem Begriff Urban Exploration, oder kurz Urbex hat sich mittlerweile eine richtige Kultur entwickelt.

Dieses Thema ist im Grunde eine Erweiterung der Reportage Fotografie, denn es geht dabei vor allem darum, verlassene Orte zu entdecken und die Ästhetik des Verfalls fotografisch zu dokumentieren und darum, die Geschichte der Orte festzuhalten und weiterzuerzählen, damit sie nicht komplett in Vergessenheit geraten.

Was gilt es beim Besuch von Lost Places zu beachten?

  • Betritt bitte niemals einen Lost Place allein. Wenn du doch mal Hilfe brauchst, ist es gut, wenn eine weitere Person in der Nähe ist.
  • Eine weitere Person sollte immer wissen, wo du dich aufhältst und wann du zurückkehren möchtest, damit sie im Notfall Hilfe holen kann.
  • Sei stets aufmerksam und beobachte deine nächsten Schritte. Oft sind die Böden und Decken sehr marode und könnten unter deinem Gewicht nachgeben.
  • Untersuche bei jedem Schritt den Boden und die Decken mit deiner Taschenlampe auf Löcher, Haltbarkeit und herumliegende Teile.
  • Auch wenn es selbstverständlich ist: Mach einfach nichts kaputt. Andere möchten diesen Ort nämlich auch noch besuchen, dort Fotos machen und ihn genau so erleben können, wie du selbst es auch konntest.

Oftmals bleibt einem während des Besuchs nicht viel Zeit und genau das ist ein Teil des Reizes, der diese verlassenen Orte ausmacht. Es ist erstaunlich, was dort so alles zurückgelassen wird. Diese Orte wirken oft surreal und ergeben durch ihren natürlichen Verfall einzigartige Fotomotive.

Hier erwarten dich viele einzigartige Details, die du sonst in deinem Alltag wohl eher nicht zu Gesicht bekommen wirst, außer wenn du beruflich Wohnungen und Häuser entrümpelst. Das Fotografieren an diesen Orten ist nicht immer einfach: Oft muss man mit vielen schwierigen Lichtsituationen zurechtkommen. Es gibt sehr oft eingeschlagene Fensterscheiben, durch die das Tageslicht in die schlecht, bis gar nicht ausgeleuchteten Räume fällt. Für die schwierigen Lichtsituationen eignen sich besonders lichtstarke Objektive. Mit solchen Objektiven gelingen dir deine Lost Places Aufnahmen auch unter schwierigen Bedingungen aus der freien Hand.

Oftmals fotografiert man gegen das Licht und würde mit einer einfachen Belichtung die Details im Vordergrund komplett verlieren. Für solche Situationen bieten sich auch Belichtungsreihen an. Nimm dasselbe Motiv mehrfach von einem Stativ aus auf und wähle dabei verschiedene Belichtungszeiten aus. Die Bilder lassen sich dann in der Nachbearbeitung übereinanderlegen. Damit bekommt man dann einen ausreichend belichteten Vordergrund hin, ohne dass das hereinfallende Licht im Fenster alles überstrahlt.

Eine Übersichtskarte der legalen Lost Places in Deutschland findest du übrigens hier: pxgr.de/legale-places. Wir versuchen diese Karte so gut es geht aktuell zu halten.

Das sollten Sie noch wissen

Wer ohne eine entsprechende Genehmigung des Eigentümers, oder des Besitzers ein Grundstück oder ein Gebäude betritt, das erkennbar abgegrenzt, also befriedet und vor fremdem Zugang geschützt ist, begeht einen Hausfriedensbruch. Dabei ist es egal, in welchem Zustand sich das Gebäude befindet.

Die Abgrenzung, oder Befriedung eines Grundstücks kann übrigens mit vielen Dingen gekennzeichnet sein. Wenn das Grundstück mit Steinen, Reifen, oder Brettern abgegrenzt ist, reicht das schon aus. Es muss also nicht umzäunt sein.

Was sollte man zu einem Lost Place mitnehmen?

  • Kamera mit Tragegurt oder Handschlaufe, damit sie dir nicht aus Versehen herunterfallen kann
  • Einen Fotorucksack für freie Hände und Proviant
  • Ein leichtes Stativ
  • Weitwinkelobjektiv für große Räume und enge Gänge
  • UV-Filter auf den Objektiven, die gegen Staub und Kratzer schützen
  • Fernauslöser für die Kamera
  • Eine starke Taschenlampe
  • Festes Schuhwerk, denn oft liegen Scherben und Schrott auf dem Boden herum und das kann schnell sehr schmerzhaft werden
  • Mundschutz (FFP3), denn viele Gebäude und Räume sind stark verschimmelt

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