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Vorgestellt: Dr. Waumiau
Vorgestellt Fotografie Projekte

Vorgestellt: Dr. Waumiau

Heute stellt sich Dr. Waumiau vor. Mit seinem Alter Ego ist er bei Twitter bekannt, aber heute geht es nicht um witzige Tweets, sondern seine Liebe zur Fotografie. Schon mit 11 Jahren bekam er seine erste Kamera und seitdem hat ihn dieses Thema nicht mehr losgelassen.

Wer bist denn du?

Ihr kennt mich unter Umständen unter meinem Alter Ego, den ich für viele Dinge benutze. Da es in diesem Beitrag weder um Musik oder meine Scherze geht, will ich euch von der anderen Sache erzählen, die mich antreibt. Die Fotografie ist meine große Liebe und zusammen haben wir schon echt viel erlebt und gesehen. Ich bin gern in Bewegung und habe wirklich immer eine Kamera dabei. Man sagt mir nach, ich wäre ein guter Beobachter und Entdecker, weil ich immer auf so viele Details achte. Meine Kritiker werfen mir vor, dass ich zu oft auf den Boden oder in die Luft starre, wenn ich nicht gerade eine Kamera in der Hand halte.

Wie bist du zur Fotografie gekommen?

Meine erste Kamera habe ich im Alter von 11 bekommen. An das Modell kann ich mich nicht mehr erinnern. Könnte eine Praktika gewesen sein. Sie war vollständig analog und ohne Messsucher, das heißt, es gab einen Belichtungsmesser dazu. Ich war in meinem damaligen Alter natürlich heillos überfordert, aber ich habe die Herausforderung angenommen. Nach einem Jahr und ein paar dutzend Filmen hab ich sie aber leider geschrottet. Aber die Faszination an der Fotografie hält seit dem an. Danach habe ich eine zeitlang meist nur voll- oder halbautomatische analoge Kompaktkameras benutzt, wie sie in jedem Haushalt der 90er verbreitet waren. „Knipsen“, bei denen man außer Batterien und Film einlegen nicht viel machen musste und man sich ganz auf die Bildkomposition konzentrieren konnte oder einfach sinnlos überall draufgehalten hat. Der nervige Typ mit der Kamera, den es in jeder Familie gibt. So einer war ich. Videoschnitt habe ich auch mal probiert, auf mehrere Medien sogar, aber ich mochte Fotos immer lieber. Schnappschüsse und Urlaubsfotografie gingen immer. Mal hab ich mehr gemacht und mal weniger.

Aber 2003, als die Auflösungsmarke bei guten Kompaktkameras auf 3 Megapixel anwuchs, war das schon ein kleiner Game-Changer. Endlich so viele Bilder machen wie man wollte. Selber Drucken, Slideshows, Slideshow DVDs und VideoCDs. Ja, ich hab den Scheiß echt bis zum Erbrechen mitgemacht, bis es keiner mehr sehen konnte. Ich war berüchtigt für meine grausamen Slideshows. Aber es war echt geil und ein kreativer Zeitvertreib. Ich habe in der Zeit eine Menge über Bildbearbeitung gelernt und dass man unbedingt Backups anlegen sollte. Regelmäßige Backups. Mehrmals. (Ernsthaft, Leute. Macht Backups!) Geld für Kameras habe ich in der Zeit nicht so viel ausgegeben. Das floß eher in meinen Computer. Ich glaube die letzte digitale Kompakte, hatte 16 Megapixel und diente mehr oder weniger nur als Knipse bei meinen DJ Gigs.

Der kreative Durchbruch kam für mich erst 2009 mit meinem ersten iPhone. Die Kamera in der Hosentasche. Immer und überall dabei. Fotografieren wurde zum Spiel und ein bisschen auch zur Sucht. Durch diverse RetroApps habe ich dadurch sogar noch einen Ausflug zurück in die Analogfotografie gemacht, ging mit meiner damaligen Freundin regelmäßig auf Flohmärkte um neue Kameras und abgelaufene Filme zu kaufen. Es ist dann alles ein bisschen eskaliert. Weil das Einscannen müßig und die Entwicklungskosten auf Dauer recht happig waren, bin ich dann 2011 doch zur digitalen Spiegelreflex gewechselt. Es war für mich auch nie eine Gretchenfrage ob Canon oder Nikon.

Es war nur Zufall, dass ich auf der „dunklen Seite der Macht“ (Nikon) gelandet bin. Ein Canon-Fotograf auf ebay Kleinanzeigen hatte von seinen Eltern eine Nikon geschenkt bekommen und wollte sie schnell loswerden. Der Preis war echt super und so habe ich nicht lange überlegt. Ich hatte zunächst keinen weiteren Plan damit, außer rumzuspielen. Aber so hab ich mich an das System gewöhnt. Bildbearbeitung habe ich zu dem Zeitpunkt nur mit dem Smartphone gemacht, WLAN-Karten waren gerade der heiße Scheiß.

Als ich dann aber nach 15 Jahren hinter dem DJ-Pult kein Bock mehr auf Party hatte, brauchte ich ein Hobby, in das ich mich genauso vertiefen konnte wie in die Musik. Sehr viele DJs, die ich kenne, sind in ihrem „Ruhestand“ zur Fotografie gewechselt. Ich habe recht schnell geschnallt, warum das so ist. Nicht nur wegen der vielen Knöpfe und Regler. Also habe ich mich dann etwas ernsthafter mit der ganzen Fotomaterie beschäftigt. Ich habe Techniken gelernt und vertieft, Tutorials geschaut, Geld für Equipment ausgegeben, mich mehr mit Bildbearbeitung beschäftigt und schließlich Fotoprojekte geplant, mich an meine ersten Shootings getraut und Workflows entwickelt. Und auch, wenn es bis heute viel Zeit und Geld verbrannt hat, kann ich mir kein besseres Hobby auf der Welt wünschen, mit dem ich mich selbst so verwirklichen kann.

Warum? Neben dem kreativen Aspekt an sich nutze ich Fotografie vor allem zum Abschalten und sich sammeln. Bei Fotografieren kann ich alles um mich herum vergessen, wenn ich will. Oder mich in den Mittelpunkt des Geschehens bringen. Fotografie ist für mich eine Verbindung zwischen meiner Gedankenwelt und der Realität. Ein kreatives Ventil in allen Lebenslagen. Außerdem kann ich jederzeit entscheiden, welches Genre ich einschlagen möchte. Morgen Streetphotography, übermorgen Landschaft, am Samstag ein Portrait, Reportage- und Sportfotografie am Sonntag, und und und. Und natürlich bietet jede Richtung auch unterschiedliche Entwicklungsmöglichkeiten. Ich kann mir zum jetzigen Zeitpunkt nicht vollstellen, dass die Fotografie mal langweilig für mich wird. Ganz im Gegenteil. Ich habe eher das Gefühl, dass ich bislang nur an der Oberfläche gekratzt habe. Ich möchte noch sehr viel mehr Bilder machen, Erfahrung sammeln und Techniken lernen.

Gibt es eventuell Menschen, die dich in deiner Arbeit stark beeinflusst haben?

Ich mag wie viele andere auch die ganz Großen: Henri Cartier-Bresson, Helmut Newton, Annie Leibovitz, Peter Lindbergh oder Ansel Adams. Ein Teil des Einflusses kommt aber auch von der englischsprachigen YouTube-Fotobubble. Kaiman Wong, Tony & Chelsea Northrup, Jared Polin, Chris Nichols & Jordan Drake oder Mattias Burling.

Und zu meiner Bubble: Ich schiele manchmal neidisch zu Oliver Grimm rüber, der echt schonungslose streetphotography macht. Gilly Berlin beneide ich für seine tollen Reisefotos. Chrisgraphy haut mich mit seiner atemberaubenden Landschaftsfotografie um. Ben Hanelt schätze ich nicht nur für seine tollen Hochzeitsfotos. Und die Portraits von Heiko Kanzler mag ich für ihre lebendigen Farben. Es sind noch so viele andere Fotokünstler, die mich tagtäglich inspirieren, mich anspornen mehr zu machen und auch besser zu werden. Oder sich intensiv auszutauschen und Fototrips zu machen, wie ich es schon ganz lange @DerLehnsherr praktiziere. Fotografieren schafft nicht nur Fotos sondern auch Communitys und intensive Freundschaften.

Was machst du, wenn du nicht mehr weißt, was du fotografieren sollst?

Wenn’s ganz schlimm ist und mir partout nichts einfällt, mache ich blinde Hipshots im Alltag, weil man da weg von den Kompositionsregeln und -gewohnheiten kommt und erst später sieht, ob das Bild was geworden ist, Lomography Style. Aber oft sitze ich auch einfach nur zu Hause und bearbeite die Bilder, die ich schon habe. Und ich kann euch sagen, das sind echt mehr, als ich posten kann. Beim Bearbeiten kommen mir dann ganz oft Ideen für neue Bilder. Und wenn das auch nicht hilft, ich habe so ein Kartendeck, wo man Fotoaufgaben ziehen kann und oder Blätter in einem der Fotobücher, die habe, mit Anregungen und Projektideen. Generell ist es aber wichtig, rauszugehen und die Kamera immer mitzunehmen. Wirklich immer. Egal ob man sie braucht oder nicht. Außerdem ist es wichtig immer kleine Projekte zu planen und realisieren. So motiviere ich mich und komme gar nicht erst in den Leerlauf.



Ihr findet mich auf Instagram, Flickr und Tumblr, wobei Tumblr inzwischen fast obsolet geworden ist. Ich will mir schon lange eine eigene Homepage machen, hab die Zeit aber immer in andere Projekte investiert. Vielleicht wird’s ja nächstes Jahr was, dieses bin ich schon wieder komplett zu mit Ideen und Aufgaben. Ich würde mich freuen, wenn ihr mir auf Instagram und Flickr folgt und mal den einen oder anderen Like da lasst. Wer kein Instagram und Flickr besitzt, ich spiegele den Content zusätzlich auf meinem Twitter Fotoaccount.

Instagram: instagram.com/drwaumiau
Flickr: flickr.com/photos/drwaumiau
Tumblr: drwaumiau.tumblr.com
Twitter: twitter.com/doktorwaumiau

Vielen Dank, dass ihr euch mein Geschwafel bis zum Schluss durchgelesen habt. Wenn ihr Lust habt, mal einen Fotowalk zu machen, euch über Techniken austauschen wollt oder Interesse an einem Fotoshooting habt, schreibt mich an. Ich bin zu allen Schandtaten bereit.

Wir danken Dr. Waumiau für seinen Beitrag in unserer Reihe Vorgestellt. Wenn du auch Lust hast, mit dabei zu sein, dann melde dich einfach bei uns. Wir freuen uns über jedes neue Gesicht hinter der Kamera.

Alle dargestellten Bilder wurden uns nur für diesen Beitrag zur Verfügung gestellt. Wenn du Interesse an den Bildern hast, wende dich bitte direkt an die Fotografin, oder den Fotografen.

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