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Vergleich: Canon EOS R und Canon EOS 5D MK IV
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Vergleich: Canon EOS R und Canon EOS 5D MK IV

Ich bin oft auf langen Fototouren unterwegs und da kann schon nach wenigen Stunden jedes Gramm, was man zu viel mit sich herumträgt stören. Deshalb spiele ich schon länger mit dem Gedanken von einer DSLR auf eine DSLM umzusteigen. Ich hatte mich nun bereits für die Canon EOS R entschieden und irgendwie ist nun schon wieder alles anders.

Unsere Fototouren, zum Beispiel die durch mehrere Lost Places an einem Tag, dauern oftmals den ganzen Tag. Ich steige zum Sonnenaufgang in mein Auto und bin dann oftmals erst abends wieder zuhause. Die Touren sind ohnehin schon sehr kräftezehrend und dazu kommen dann noch mindestens zwei Wechselobjektive im Rucksack und die doch relativ schwere EOS 5D MK IV über der Schulter. In meinem Rucksack sind auf solchen Touren auch immer noch jede Menge Kleinigkeiten, Wasser, ein paar Snacks – Eben alles, was man so braucht. Ich hatte mich mit dem Thema DSLM nie so wirklich auseinandergesetzt, weil ich meine ganzen Objektive nicht wieder verkaufen wollte.

Vor ein paar Wochen bin ich dann auf die Canon EOS R gestoßen und habe gesehen, dass man seine EF Objektive auch einfach weiterhin benutzen kann. Das einzige, was man dafür braucht, ist ein einfacher Adapter. Natürlich sind diese Adapter auch nichts neues. Ich hatte aber immer Angst, dass die Objektive mit einem Adapter zusammen nicht mehr ihre volle Leistung bringen können. Ob die Angst, oder vielleicht besser Unsicherheit begründet war, sei mal dahingestellt. Sie war aber permanent vorhanden. Ich habe mir dann sehr viele Testberichte zur EOS R durchgelesen und konnte die Unsicherheit ablegen und habe sie mir in einem schwachen Moment dann einfach bestellt. Trotzdem war ich mir nicht sicher, ob sie ein vollwertiger Ersatz für meine 5D MK IV sein könnte. Ich dachte mir aber, dass ich ja mindestens zwei Wochen Zeit haben würde, um genau das herauszufinden.

Ich habe seit vielen Jahren Kameras aus dieser Reihe gehabt und beherrsche die Kamera deshalb blind. Der Umstieg von der EOS 5D MK II auf die EOS 5D MK IV war ein Kinderspiel. Ich ändere Einstellungen ohne dabei meinen Blick vom Sucher lösen zu müssen und eigentlich bekomme ich fast immer exakt das Ergebnis, das ich mir erhofft habe. Genau so sollte es auch sein. Ein weiterer Aspekt, der mich lange vor dem Gedanken abgehalten hat, irgendwann mal auf ein anderes System umzusteigen. Alles außerhalb des Canon Kosmos ist für mich völlig uninteressant. Ich weiß, dass jeder Hersteller seine Vor- und Nachteile hat, aber insgesamt geben sie sich alle nicht viel. Am Ende entscheidet da wahrscheinlich bei den meisten Menschen die persönliche Vorliebe, als irgendeine technische Spezifikation.

Als kurzer Einschub bevor es um das eigentliche Thema geht: Was ist eigentlich eine DSLM und worin liegt der Unterschied zur DSLR? Die DSLM sind spiegellose Systemkameras (DSLM steht dabei für Digital Single Lens Mirrorless) und erobern immer weiter den Kameramarkt. Im Gegensatz zur DSLR (DSLR für Digital steht für Single-Lens Reflex) sind kompakter und leichter. Durch den fehlenden Spiegel kann das Gehäuse nämlich kleiner und das Gewicht somit geringer ausfallen.

Bei einer Spiegelreflexkamera (DSLR) fällt das Licht durch das Objektiv, wird dann vom Schwingspiegel reflektiert und im optischen Sucher angezeigt. Drückst du auf den Auslöser, klappt der Spiegel nach oben und das Licht fällt direkt auf den Bildsensor. Genau diesen Spiegelmechanismus besitzt eine DSLM nicht. Die Bildqualität hängt aber neben des verwendeten Objektivs einzig und alleine vom Bildsensor ab. Das heißt aber immer noch nicht, dass eine teure Kamera die besseren Bilder macht. Das hängt immer noch davon ab, wer auf den Auslöser drückt.

Viele DSLM und DSLR Kameras haben den gleichen Bildsensor verbaut, was bedeutet, dass es an dieser Stelle keine unterschiedlichen Ergebnisse in der Bildqualität geben kann. Feinheiten, wie ein anderer Autofokus bei verschiedenen Kameramodellen lassen wir hier einmal außen vor. Die Sache mit dem Spiegel ist tatsächlich erstmal der größte Unterschied.

Canon EOS R

Bevor wir nun schauen, was der Unterschied zwischen der Canon EOS R und Canon EOS 5D MK IV ist, gucken wir uns die Canon EOS R einmal etwas genauer an. Keine Angst, es wird nicht wahnsinnig technisch werden. Canon startete mit der EOS R ins spiegellose Vollformat. Ein 30 Megapixel Sensor mit Dual Pixel, 4K-Video, Wifi, und ein hochaufgelöster Sucher bilden die Eckpunkte der Kamera.

Die EOS R hat anstelle des PSAM Wahlrades auf der Oberseite nun ein ein kleines Display, auf der Rückseite ein klappbares Display und auch auf der Rückseite ist das von der EOS 5D MK IV Wahlrad verschwunden. Canon hat leider wieder verpasst, zwei Slots für SD Karten zu verbauen, aber darauf gehe ich später noch einmal genauer ein.

Da Tasten für beispielsweise ISO Auswahl oder Serienbilder fehlen, ist die M-Fn-Taste neben dem Auslöser umso wichtiger geworden. Mit ihr und dem hinteren Einstellrad kann man zwischen ISO, Drive und dem AF-Modus wechseln und die jeweiligen Einstellungen dann mit dem vorderen Einstellrad verändern. Die Touchbar neben dem Sucher kann mit verschiedenen Funktionen, wie zum Beispiel der ISO Auswahl, oder dem Ein- und Ausblenden der digitalen Wasserwaage belegt werden. Standardmäßig ist sie jedoch gesperrt und muss durch einsekündiges Drücken am linken Ende aktiviert werden. Das soll verhindern, dass man sich beim Fotografieren andauern die Einstellungen verändert.

Neu ist auch der Kontrollring am Objektiv, der ebenfalls mit unterschiedlichen Einstellungen belegt werden kann. Eingespart hat Canon den Joystick zum Verschieben des AF-Messfeldes. Nun ist diese Einstellung leider nur noch über den Touchscreen möglich. Ich vermute aber, dass das eine reine Gewöhnungssache ist. Alternativ lässt sich das Messfeld auch mit AF-Taste und Steuerkreuz verschieben. Da muss man dann einfach schauen, was sich in der Praxis als nützlicher erweist.

Der Sucher hat eine sehr hohe Auflösung. Das Sucherbild wirkt natürlich und fast so, als würde man gerade kein digitales Bild betrachten. Auch hier nehme ich an, dass man sich innerhalb kürzester Zeit daran gewöhnt haben wird. Wenn man nun sein Objektiv wechselt fällt auf, dass man keine freie Sicht mehr auf das Innere hat. Der Sensor wird durch einen Verschluss verdeckt.

Die Canon EOS R hat mich überzeugt weil:

  • Sie ein schwenk- und klappbares Display besitzt
  • Sie kompakter ist, als meine alte Kamera
  • Der Automatikadapter alle meine bereits vorhandenen Objektive unterstützt
  • Sie auch im Low-Light Bereich sehr brauchbare Ergebnisse liefert

Vergleich: Canon EOS R und Canon EOS 5D MK IV

Die die Canon EOS R mit der Canon EOS 5D Mark IV im direkten Vergleich: Welche Digitalkamera hat die höhere Auflösung, welche den besseren Sucher oder den besseren Bildschirm? Welche hat die bessere Ausstattung und längere Akkulaufzeit? Was für weitere Unterschiede gibt es noch? Wie bereits erwähnt gehört die EOS R zu den spiegellosen Systemkameras mit Wechseloptik, während die EOS 5D Mark IV zu den DSLR Kameras gehört.

Hier sind zunächst mal beide Kameras im direkten Größenvergleich. Die EOS 5D Mark IV steht links, die EOS R rechts daneben. Schon auf den ersten Blick sind die Größenunterschiede gut zu erkennen. Beide Kameras tragen übrigens ein 24-105mm Objektiv. Da da bisher mein Immerdrauf Objekt war, habe ich das auch mal für meine Vergleiche herangezogen.

Die EOS R verfügt über einen elektronischen Sucher mit einer Auflösung von 3.68 Megapixel und einer Vergrößerung von ca. 0.76x. In der EOS 5D Mark IV ist ein optischer Sucher verbaut, der ebenfalls 100% des Bildfeldes abdeckt bei einer Vergrößerung von etwa 0.71x. Der Unterschied bei der Vergrößerung dürfte also nur im direkten Vergleich auffallen. Für die EOS R spricht der zuverlässigere und schnellere Autofokus, der größere, praktische Empfindlichkeitsbereich und dass der Bildschirm eine wesentlich höhere Auflösung besitzt. Sehr praktisch ist für mich der der schwenk- und klappbare Monitor. Das geringere Gewicht, selbst wenn es nur knapp 200 Gramm sind, fällt einem direkt auf.

Technische Daten: EOS R
Eingeführt: September 2018
Typ: DSLM
Sensor: Vollformat
Megapixel: 31 Megapixel
Geschwindigkeit: 5 Bilder/Sekunde
ISO: 100 – 40000 ISO
Videoauflösung: 3840 x 2160
Sucher: Elektronisch
WiFi: Vorhanden
Abmessungen und Gewicht: 135.8 x 98.3 x 84.4mm³ – 660g
Aufnahmen pro Akku: 370

Technische Daten: EOS R
Eingeführt: August 2016
Typ: DSLR
Sensor: Vollformat
Megapixel: 30 Megapixel
Geschwindigkeit: 7 Bilder/Sekunde
ISO: 100 – 32000 ISO
Videoauflösung: 4096 x 2160 Videoauflösung
Sucher: Optisch (Pentaprisma)
WiFi: Vorhanden
Abmessungen und Gewicht: 150.7 x 116.4 x 75.9mm³, 800g
Aufnahmen pro Akku: 900

Canon EOS R5 & Canon EOS R6

Nun hat Canon vor ein paar Tagen die EOS R5 und die EOS R6 vorgestellt und mich damit ins Grübeln gebracht. Behalte ich die Canon EOS R, schicke ich sie zurück und wenn ja, für welches der beiden neuen Modelle entscheide ich mich? Ich habe die beiden Modelle verglichen und meine Wahl ist auf die Canon EOS R5 gefallen. Warum? Bei der EOS R6 hat mich abgeschreckt, dass sie “nur” 20 Megapixel hat und im Low-Light Bereich lange nicht so gut abschneidet, wie die andere vergleichbare Modelle. Da ich nun aber relativ häufig in schlecht beleuchteten Umgebungen fotografiere, ist dieser Aspekt allein für mich ausschlaggebend. Ich werde meine EOS R zurückschicken und habe die EOS R5 vorbestellt. Mit etwas Glück bekomme ich dann Ende Juli meine neue Kamera und dann hat auch die EOS 5D MK IV endgültig ausgedient. Wenn es soweit ist, gibt es dazu aber bestimmt auch noch mal einen Testbericht.

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