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Ein iPad Pro, eine Alternative zu Adobe Lightroom und Photoshop
Gedanken Kameras & Zubehör

Ein iPad Pro sucht eine Alternative zu Adobe Lightroom und Photoshop

Ich bin ein Mensch, der sehr lösungsorientiert handelt. Ich habe keine Lust auf Probleme, die sich durch ein wenig Umstellung verhindern lassen und genau darum soll es in diesem Beitrag gehen. Zum Beginn meiner Selbstständigkeit habe ich mir die Adobe Creative Suite gekauft. Zu dieser Zeit konnte man die Software von Adobe noch kaufen. Mit der Einführung der Creative Cloud, wurde dort überall auf Abos umgestellt. Darauf habe ich keine Lust mehr.

Im letzten Jahr habe ich noch den Umstieg von Lightroom 5 auf Lightroom 6 gemacht. Ich habe gehofft, dass die Performance endlich mal deutlich verbessert worden ist. Genau wie die restliche Software von Adobe fühlt sich das alles nicht mehr zeitgemäß an. Selbst mit meinem relativ neuen MacBook Pro ruckelt es an vielen Stellen und das habe ich mir anders vorgestellt. Ich bin auch kein großer Freund von Abos. Ich möchte Software kaufen und sie dann nutzen, wenn ich sie benötige. Wenn ich dann mal ein paar Monate keine Verwendung dafür habe, ist es nicht weiter schlimm. Ein Abo kostet jedoch immer. Selbst wenn man die Software nicht nutzt.

Mein Problem

Meine Creative Suite ist mittlerweile stark veraltet und läuft, trotz neuer Hardware, überhaupt nicht flüssig. Sobald man mit mehreren Ebenen und Effekten arbeitet, stürzt sie regelmäßig ab, oder zeigt mir minutenlang den Beach Ball an. Wenn ich unterwegs bin, möchte ich dazu mein MacBook nicht mit dabei haben. Ich möchte etwas kompakteres. Es sollte mir ermöglichen meine Bilder zu bearbeiten, eine lange Akkulaufzeit haben und das bei einer hohen Auflösung. Gerade jetzt, wo ich im Urlaub bin merke ich wieder, dass ich viel zu viel mit mir herumschleppe. Ich habe ein 2017er MacBook Pro, ein iPad Air und diverse Kameras dabei. Auf dem iPad gucke ich Serien und Filme, checke meine E-Mails und schreibe ab und zu Beiträge für den Blog. Durch die geringe Speicherkapazität von 64GB und den kleinen Prozessor ist mehr nicht drin.

Auf meinem MacBook speichere ich meine Bilder zwischen, bearbeite sie und kopiere sie dann zuhause auf mein NAS. Das MacBook ist dazu auch noch mein eigentliches Arbeitswerkzeug und genau dieser Fakt macht mir Bauchschmerzen. Ohne mein MacBook kann ich kein Geld verdienen. Sollte es im Urlaub kaputt gehen, hätte ich danach ein ziemlich großes Problem. Ich möchte es also eigentlich am liebsten zuhause lassen.

Neben der Hardwareproblematik gibt es noch etwas anderes, was mich seit einiger Zeit immer mehr einschränkt. Wenn ich meine Bilder in Lightroom importiert habe und sie bearbeite, komme ich immer öfter an Grenzen. Ich möchte bestimmte Details bearbeiten, was ich mit der Maus, oder dem Trackpad nicht hinbekomme. Dazu ist die Handhabung zu ungenau. Was ich brauche, ist ein Grafiktablet mit einem Eingabestift. Damit ließen sich zum Beispiel Bilddetails wesentlich einfacher retuschieren.

Zusammegefasst:
– Mein iPad ist zu klein, hat zu wenig Speicher und zu wenig Rechenleistung
– Mein MacBook sollte zuhause bleiben
– Ich möchte keine Software mit Abomodell
– Ich möchte detaillierter arbeiten können

Meine Lösung

Ich habe mich lange nach einer Alternative zu Adobe Photoshop und Lightroom umgesehen und bin nun auf Affinity Photo gestoßen. Affinity Photo gibt es für Mac, Windows und iOS und scheint selbst bei genauerer Betrachtung eine echte Alternative zu sein.

Das Interface von Affinity Photo erinnert stark an das von Adobe Photoshop, was immer noch keine richtige Konkurrenz hat. Genau das sorgt dafür, dass Adobe die Preise einfach diktieren kann. Ein wichtiges Argument für diese Software ist der Preis. Eine Lizenz von Affinity Photo ist für eine Einmalzahlung von 54,99 Euro zu haben – Eine Antwort auf das kritisierte Abomodell von Adobe. Photoshop ist seit 2013 nur noch kombiniert mit Lightroom im Abo erhältlich. Die monatlichen Kosten belaufen sich auf 11,89 Euro. Schon nach fünf Monaten hat man also im Vergleich Geld gespart.

Affinity Photo wird mit leistungsstarken Werkzeugen für die Optimierung und Retusche von Fotos selbst professionellen Ansprüchen gerecht. Es öffnet und bearbeitet Fotos in gängigen Standardformaten sowie im Photoshop-Format PSD. Es unterstützt die Farbräume RGB, CMYK und Lab, jeweils mit 16-Bit- und 32-Bit-Kanälen. Des Weiteren bietet das Bildbearbeitungsprogramm Affinity Photo die Möglichkeit, mit Ebenen, Ebenengruppen und Anpassungsebenen zu arbeiten. Auch Filterebenen und Masken sind implementiert.

Affinity Photo öffnet und entwickelt RAW-Formate der meisten Kameras und Hersteller. Darüber hinaus verfügt es über eine Plug-in-Schnittstelle, die es erlaubt, viele Photoshop Plugins einzubinden. Mich haben die Affinity Photo Rezensionen und die Produktbeschreibung überzeugt. Für 54,99 Euro gibt es die Software im App Store zu kaufen und das ganz ohne Abo Modell. Die App fürs iPad kostet dann noch mal knapp 15 Euro. Damit wäre das Software Problem also schon mal zum Teil gelöst.

Zunächst habe ich mich dann dem Hardware Problem zugewandt. Nach einigen Recherchen viel meine Wahl auf das iPad Pro mit 12,9″, 512GB Speicher, einem Apple Pencil und einem Smart Keyboard.

In der aktuellen Generation des iPad Pro 12.9 Zoll wird das Tablet mit dem neuen A10x-Fusion-Chip angetrieben, mit dem man ohne Probleme selbst aufwändige UHD-Videos schneiden und bearbeiten können soll. Der Chip rechnet dabei mit 2,39 Ghz. Das Display kann seine Bildwiederholrate dynamisch auf bis zu 120 Hertz erhöhen, was dafür sorgt, dass Texte und Fotos sogar bei Bewegungen schärfer wirken. Wird die hohe Bildwiederholfrequenz nicht benötigt, sinkt sie bis auf 24 Hz, um Akku zu sparen.

In Verbindung mit dem Apple Pencil bieten die 120 Hz noch einen weiteren Vorteil: Die Latenz beim Schreiben und Zeichnen reduziert sich auf 20 Millisekunden. Die Eingabe soll sich damit noch echter anfühlen.

iOS 11 bringt auch noch ein paar nette Vorteile mit sich: Man kann per Drag and Drop Fotos, Texte und andere Inhalte im Split-Screen von einem Fenster in das andere ziehen. Ein Highlight ist der Datei-Manager. In iOS 11 lassen sich Dateien aus der Cloud kopieren und verschieben. Weiterhin kann man sich alle Dateien auf einen Blick anzeigen lassen. Bisher hat Apple solche Features stark vernachlässig, oder gar nicht berücksichtigt. Das hilft natürlich ungemein bei meiner Suche nach einer All-In-One Lösung. Akkulaufzeiten von 12 Stunden sollten dabei auch kein Problem darstellen.

Damit hätte ich dann schon mal ein leistungsstarkes Tablet, mit dem ich, zusammen mit der Affinity Photo App problemlos RAW Dateien bearbeiten kann. Der Apple Pencil ermöglicht dazu eine sehr genaue Eingabe. Blogbeiträge und E-Mails sollten sich auf dem Smart Keyboard wesentlich besser tippen lassen, als direkt auf dem Display.

Wenn ich meine Bilder zuhause bearbeite, werde ich weiterhin mein MacBook, oder meinen PC benutzen. Da kann ich dann nämlich auch meine Monitore mit einbeziehen. Dann würde die detaillierte Bearbeitung über den Apple Pencil also wegfallen. Deshalb habe ich zusätzlich noch ein Wacom Intuos Pro bestellt, welches plattformunabhängig sehr zuverlässig arbeiten soll.

Zugegeben ist diese Lösung nicht die günstigste und ob ich damit meine gesamten Bedürfnisse erfüllen kann, muss sich erst noch zeigen. Fest steht aber, dass ich damit ein gutes Setup habe, das sich mit Apps und Plugins relativ einfach erweitern lässt. Ich weiß zum Beispiel noch nicht genau, wie ich die bearbeiteten RAW Dateien am besten speichere und dann am MacBook wieder in meine Lightroom Bibliothek einfügen soll. Lightroom soll in Zukunft auf jeden Fall nur noch als Bibliothek und zur Verwaltung meiner Bilder dienen. Wie und ob das Ganze funktioniert hat, werde ich dann bald berichten.

Wenn du bereits Erfahrungen in diesem Bereich gesammelt hast, kannst du uns gerne einen Kommentar unter diesen Beitrag schreiben.

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4 Kommentare

  • Antworten
    Andreas
    18. August 2018 um 20:16

    Heyho,
    ich stelle mir die Frage auch immer wieder. Ein Punkt, das währe auch meine Frage an Dich: Wie synchronisierst Du die Bilder zwischen den verschiedenen Devices und Programmen?

    Grüße,
    Andreas

  • Antworten
    Daniel
    20. August 2018 um 12:53

    Eine gute Frage und darauf kann ich dir noch keine richtige Antwort geben. Momentan sieht es so aus, als würde ich an Lightroom nicht komplett vorbeikommen. Ich denke, ich werde mir eine Jahreslizenz für Lightroom CC kaufen und es einfach mal ausprobieren. Vielleicht gibt es in Zukunft dann auch noch eine Alternative.

  • Antworten
    Andreas Reiter
    6. September 2018 um 19:59

    Kleiner Nachtrag: ;o)
    Für das synchronisieren zwischen den Apple-Devices habe ich den Fotostream genutzt/getestet.
    Importiert man RAW-Dateien über den SD-Card-Adapter, werden dieses auch über den Fotostream gesynct.
    Synchronisiert man die Daten z.B. per Wifi von der Kamera an das Handy, werden die RAW-Dateien nicht gesynct, nur jpg.
    Auch werden RAW-Dateien welche man am Handy per App aufgenommen hat, nicht gesynct…
    So richtig „gescheitert“ ist es hier für mich mit zwei Punkten: Vermischung des Fotostreams mit den üblichen (Familien)Bildern, und dem doch besseren DAM von LR… ;o)

    • Antworten
      Daniel
      7. September 2018 um 08:06

      Hi Andreas,
      Darüber hatte ich tatsächlich auch schon nachgedacht, aber mir gefällt eben diese Vermischung überhaupt nicht. Ich verstehe nicht, warum es dafür keine ordentliche Lösung gibt. Alles läuft mittlerweile über irgendwelche Cloudanbindungen, nur sowas soll noch ein Problem sein?

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