Reportage Fotografie
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Reportage Fotografie

Das Genre der Reportage Fotografie schließt sich nahtlos an die Street Photography an, denn es geht dabei im Wesentlichen darum, ein Geschehnis zu dokumentieren, ohne dabei selbst einzugreifen, es also nicht zu manipulieren. Reportage Fotos sollten, genau wie die Street Photography auch, uninszeniert und am besten ohne Bildmontagen auskommen.

Reportage Fotografie

Bei der Reportage Fotografie geht es darum, die Rolle des stillen Beobachters einzunehmen. Wenn du selbst zu nah am Geschehen bist, läufst du Gefahr selbst ein Teil davon zu werden. Das würde dafür sorgen, dass das Ereignis nicht mehr richtig echt wäre. Halte dich soweit zurück und sei gleichzeitig so nah dran, wie es die aktuelle Situation gerade zulässt.

In der Reportage ist es wichtiger, dass du spannende Geschichten erzählen kannst, als dass deine Bilder absolut perfekt sind. Auch hier finden wir eine Parallele zur Street Photography. Du hast oft nur wenig Zeit, da sich die Geschehnisse laufend weiterentwickeln, deshalb gilt es schnell zu sein und im richtigen Moment auf den Auslöser zu drücken. Wenn du dabei dann mal einen Fehler machst und zum Beispiel ein paar Bildinhalte leicht verwackelt sind, können die Betrachtenden darüber hinwegsehen, solange das Bild an sich trotzdem eine spannende Geschichte zu erzählen weiß.

Sei aufmerksam

Halte, während du ein Ereignis dokumentierst, stets die Augen und Ohren offen, denn überall um dich herum kann ständig etwas passieren und viele Situationen sind einmalig und nur von kurzer Dauer. Wenn du die Szenerie genau beobachtest, kannst du oftmals schon vorhersehen, wann sich wo etwas ergibt. Dann heißt es schnell zu fokussieren und abzudrücken. Wenn du die Pressefotografen vor Ort beobachtest, wirst du wahrscheinlich beobachten können, dass diese ihren Auslöser kaum noch loslassen.

Die Kameras der Pressefotografen sind meistens wahnsinnig schnell, so dass sie mit sehr vielen Auslösungen mindestens ein gutes Bild sicherstellen wollen. Du kannst vielleicht auch beobachten, dass die Pressefotografen oftmals eine zweite, manchmal sogar eine dritte Kamera, umhängen haben. Damit wollen sie den ständigen Objektivwechsel vermeiden. Benötigen sie eine andere Brennweite, können sie dann einfach zur anderen Kamera greifen und weiter draufhalten. Das ist natürlich für den Hobby Bereich nicht unbedingt sinnvoll, da es eben auch ganz schön ins Geld geht. Hier kann dir einfach ein möglichst lichtstarkes Zoomobjektiv helfen, mit dem du dann einen großen Brennweitenbereich abdecken kannst. Ob es nun politische Ereignisse, große Sportevents, Karneval, oder Konzerte sind, die du dokumentieren möchtest, spielt dabei keine Rolle. Wichtig ist eigentlich nur, dass du dich selbst dafür interessierst. Wenn du dich dort langweilst, wird sich das wahrscheinlich auch in deinen Bildern zeigen.

Alle Veranstaltungen haben gemeinsam, dass sich die Ereignisse überschlagen können und dann musst du eben versuchen, möglichst interessante Motive herauszuarbeiten. Achte dabei auch darauf, dass du den anderen Fotografen vor Ort nicht die ganze Zeit im Weg stehst, auch wenn einige Fotografen nicht viel von diesem Grundsatz halten. Nehmt einfach Rücksicht aufeinander und passt aufeinander auf. Schließlich sind alle aus demselben Grund vor Ort und können sich, wenn Sie sich untereinander verständigen, gegenseitig zu besseren Bildern verhelfen und Ärger vermeiden.

Geschichten erzählen

Wenn du lieber erstmal etwas ruhiger mit dem Thema der Reportage Fotografie beginnen möchtest, gibt es auch dazu genug Möglichkeiten. Du hast gegenüber den Presse- und Berufsfotografen nämlich einen entscheidenden Vorteil: Du musst mit deinen Bildern kein Geld verdienen. Du kannst dir also in Ruhe ein Thema und ein Motiv aussuchen und dabei ist es egal, wie lange du für deine Dokumentation benötigst. Fotoreportagen werden heutzutage leider immer seltener, was nicht zuletzt daran liegt, dass eine gute Reportage sehr zeitaufwändig und damit eben auch entsprechend teuer ist.

Du solltest dabei nicht nur Bilder aufnehmen, sondern auch in der Lage sein, eine Geschichte zu schreiben, die deine Bilder in einen Rahmen setzt. Du kannst deine Reportage dann auf deinem Blog oder auch bei Instagram präsentieren. Wenn du möchtest, kannst du sie natürlich auch einem Magazin anbieten. Vielleicht hast du Glück und es stößt auf Interesse. Du selbst belohnst dich dabei mit Bildern, die du sonst wahrscheinlich eher nicht gemacht hättest.


Wenn du zufällig gerade mit einem Camper Van durch Europa reist, kannst du diese Reise fotografisch dokumentieren und zu den einzelnen Reisezielen eine kleine Dokumentation veröffentlichen, aber auch ohne weit entfernte Reiseziele ist eine gute Fotodokumentation möglich.

Sei kreativ und überlege dir, was dich in deiner Umgebung besonders interessiert. Es kann der lokale Goldschmied sein, den du ein paar Tage lang mit deiner Kamera begleitest, aber auch die Feuerwache nebenan, oder dein Tätowierer. Diese Menschen haben alle etwas gemeinsam: Sie haben sich einen Beruf ausgesucht, der ihnen hoffentlich viel Freude bereitet und den sie im besten Fall mit viel Leidenschaft ausüben. Diese Leidenschaft kannst du versuchen einzufangen und die Geschichte der Person, oder des Berufsstands zu erzählen.

Springe dafür über deinen eigenen Schatten, gehe auf die Menschen zu und sprich sie einfach an. Erkläre, was Sidu vorhast und du wirst erstaunt sein, wie dein Gegenüber reagiert. Du kannst als kleines Dankeschön deine Bilder anbieten. Wenn diese Bilder dann im Nachhinein sogar im Geschäft aufgehängt, oder auf der Website des Betriebs ausgestellt werden, ist das noch mal eine zusätzliche Belohnung, auf die du dann auch stolz sein darfst. Solche Kontakte führen dazu auch nicht selten zu einer richtigen Beauftragung.

Bei deiner Reportage solltest du darauf achten, dass du bereits ohne Text, also allein durch deine Bilder bestimmte alltägliche Abläufe erklären können solltest. Du solltest Arbeitsschritte oder Vorgänge mit mehreren Aufnahmen festhalten, damit eine außenstehende Person diese auch begreifen kann. Mache lieber ein paar Aufnahmen zu viel, als hinterher feststellen zu müssen, dass du deine Geschichte nicht komplett mit Bildern untermalen kannst. Später kannst du immer noch die prägnantesten Fotos herausfiltern und die überschüssigen löschen. Reduziere deine Bildauswahl auf die nötigsten Bilder, damit die Geschichte spannend und interessant bleibt.

Lasse das Thema Video hierbei auch nicht von vorne herein völlig außer Acht. Du kannst bei der Reportage Fotografie auch immer wieder zwischendurch ein paar Videoaufnahmen machen. Der Vorteil bei Videoaufnahmen ist, dass du dir aus deinem Videomaterial im Nachhinein auch Standbilder exportieren kannst und damit, je nach Framerate, mindestens 24 Bilder pro Sekunde aufnimmst. Manche Arbeitsabläufe, oder Ereignisse lassen sich im Bewegtbild auch generell besser darstellen als mit ein paar Fotos allein.

Apropos Kamera: Meine EOS R5 ist mir für momentan oft einfach zu groß, um sie immer und überall mit dabeizuhaben, daher liebäugle ich gerade etwas mit der Ricoh GR III, die aktuell schon für ab 899,00 Euro zu haben ist. Sie ist kompakt genug, so dass man sie einfach in der Jackentasche mitnehmen kann und auch unauffällig genug, um damit unbemerkt auf der Straße zu fotografieren zu können. Ein weiterer, für mich großer Pluspunkt ist, dass man im RAW Format fotografieren kann. Allerdings sollte man sich zu der Kamera wohl direkt einen Ersatzakku mitbestellen, da sonst nach knapp zwei Stunden bereits Schluss mit Fotografieren wäre.

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Kameras, Objektive, Belichtung, Schärfe – ohne Wissen geht es nicht. Daniel und Thorben legen dabei aber großen Wert auf das Wesentliche, den Spaß und das Machen. Eine Fotoschule muss ja kein Schulbuch sein.

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