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Wünsdorf - Haus der Offiziere
Fotografie Lost Places

Wünsdorf – Haus der Offiziere

Die im Wald versteckte Militärstadt Wünsdorf war streng bewachtes Sperrgebiet in Brandenburg. Eine riesige, verbotene Stadt. Zu Hochzeiten lebten in Wünsdorf bis zu 75.000 sowjetische Männer, Frauen und Kinder. Die alte Turmuhr steht noch immer auf fünf vor zwölf. Sie befindet sich hoch oben über der Militärstadt bei Zossen.

Die Stadt war ein gigantischer sowjetischer Armeestützpunkt der GSSD, ganz in der Nähe der heutigen Wünsdorf-Waldstadt. Im Zentrum dieser gewaltigen Anlage befindet sich das Haus der Offiziere und gleich daneben die Infanterieschule. In den Häusern gibt es viele prächtige Theatersäle, eine Schwimmhalle aus der Kaiserzeit, ein Offizierskasino und die Villa des Oberkommandierenden der russischen Streitkräfte Burlakow.

Die Geschichte von Wünsdorf

Es ist ein Ort mit preußischer, deutscher, sowie auch russischer Geschichte. Wünsdorf war eine sowjetische Stadt in der DDR, abgeschirmt vom Rest des Landes. DDR-Bürger hatten keinen Zutritt zum militärischen Teil. 590 Hektar Kasernenfläche, fast 700 Gebäude aus den vergangenen hundertzwanzig Jahren. Einige von ihnen wurden saniert, ein Großteil aber verrottet vor sich hin. Im Ersten Weltkrieg waren hier Pioniertruppen stationiert, die in Frankreich kämpften. Im Zweiten Weltkrieg war hier das Oberkommando der Wehrmacht untergebracht. Nach dem Krieg 1945 ließ sich der sowjetische Marschall Shukow hier nieder. Über die Jahre entstand die größte Garnison der Roten Armee außerhalb der Sowjetunion – zeitweilig bis zu 75.000 Männer, Frauen und Kinder lebten auf dem abgeschotteten und streng bewachten Gebiet, mit Kinos, Supermärkten, Schulen, Feizeiteinrichtungen usw. Das Haus der Offiziere ist also nur ein kleiner Teil des ehemals Ganzen.

Aus der Sportschule wurde das bedeutendste Kultur- und Vergnügungszentrum der in der DDR stationierten Roten Armee. Außer der Schwimmhalle und einigen, kleineren Sporträumen blieb nichts von der einstigen Nutzung erhalten. Die großen Turnhallen wurden zu Konzert- und Kinosälen umgebaut und das ehemalige Offiziersspeisehaus und Kasino übertrug man den Pioniereinheiten der GSSD als eigenes Kulturzentrum mit Konzertsaal. Aus dem im Hof liegenden Sportplatz wurde eine weitläufige Parkanlage, in die ein bis über die Grenzen der DDR hinaus bekanntes Diorama integriert wurde.


Genosse Lenin

Mit stolz erhobenem Haupt klopft sich Genosse Lenin noch heute an die Brust. Er wacht noch heute vor dem Eingang des Hauses der Offiziere in Wünsdorf. Weit reicht die Geschichte dieses Militärstandortes zurück. Schon zu Kaiserzeiten entstanden Truppenübungsplätze, Kasernen und eine Turnschule.

1994 räumten die Russen im Zuge der deutschen Wiedervereinigung auch diesen Standort. Seither steht das schlossähnliche Gebäudeensemble leer. Die Leinen der Schwimmhalle scheinen noch immer die Bahnen abzustecken und schwimmen dennoch nicht mehr im Wasser, sondern hängen einsam in der Luft. Auf der Bühne des großen Theatersaals warten die Bretter stumm auf die Bedeutung der Welt und im Glockenturm des Hauptgebäudes schlägt die Uhr seit Jahren fünf vor zwölf.

Ein paar Videoaufnahmen aus dem aus der Offiziere in Wünsdorf zeigen, wie es dort heute aussieht.

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Kennst du noch weitere interessante verlassene Orte in Brandenburg und Umgebung?
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4 Kommentare

  • Antworten
    Jay d'Arc
    15. April 2018 um 14:31

    Hihi, ich war gestern auch da. 😀 Zum Glück nicht vor die Kamera gelaufen.^^ Ist ein tolles Video und eine super Idee, wenn man sich damit auf einen Besuch vorbereiten kann.

    • Antworten
      Daniel
      15. April 2018 um 16:46

      Na, was für ein Zufall, dass du dann heute ausgerechnet diesen Beitrag entdeckt hast. Hat es dir gefallen?

      • Jay d'Arc
        15. April 2018 um 19:42

        Kein Zufall, hab eure Beiträge abonniert. 😉 Wünsdorf war ganz nett. Das Wetter war gut und wie jeder Lost Place, hat er seine eigene Schönheit (und Motive), aber eher für die großen Bilder, wie Schwimmhalle und Theater. Allerdings war insgesamt (mir persönlich) alles noch ein wenig ZU gut erhalten.

  • Antworten
    Daniel
    15. April 2018 um 21:51

    Na, das freut mich zu hören. Ich habe tatsächlich auch schon spannendere Orte besucht. Dazu fand ich auch, dass dort viel zu viele Menschen auf den doch relativ kleinen Bereichen verteilt waren. Die typischen Motive waren so eigentlich durchgängig besetzt und einige von den Leuten waren dazu auch noch ziemlich egoistisch.

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