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Heeresbekleidungsamt Bernau
Fotografie Lost Places

Heeresbekleidungsamt Bernau

Das Nebenlager des Heeresbekleidungsamtes Bernau wurde 1939-1942 erbaut und von 1941 bis 1945 von der deutschen Wehrmacht zur Herstellung und Lagerung von Uniformen und Armeezubehör genutzt. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges befand sich hier ein Nachschub- und Versorgungsdepot der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland.

Man erreicht das Gelände relativ einfach durch einen Bauzaun am Parkplatz eines Lebensmittel-Discounters und steht direkt vor einem massiven Klinkerbau. Fenster und Türen sucht man vergebens, kommt damit aber umso leichter in die Gebäude hinein. Die Natur hat sich das Gelände rund um die riesigen, in einem Halbkreis angelegten Gebäude schon längst zurückerobert. Viele der Wege sind kaum noch zu erkennen, überall wachsen Sträucher, Birken und Weiden. Aus einigen Mauern, Dachrinnen und Fenstern wachsen kleine Bäume.

Hier findet man hauptsächlich viel Bauschutt, Scherben und Müll. An die ursprüngliche Verwendung des Gebäudes erinnert eigentlich gar nichts mehr. Hin und wieder lassen sich ein paar russische Zeitungen aus den 80er Jahren, oder große Wandkarten finden. Die Gebäude sind mittlerweile komplett entkernt. Ein schöner Anblick sind immer noch die zahlreichen Verbindungsbrücken zwischen den verschiedenen Gebäuden.

Auf einem Teil des Geländes stehen Bagger. Diese werden wahrscheinlich bald damit beginnen, weitere Teile abzureißen. Wohngebäude sollen hier entstehen.

 

Geschichte des Heeresbekleidungsamt Bernau

Das Heeresbekleidungsamt wurde ab 1939 von der Wehrmacht erbaut und diente von 1941 bis 1945 mit über tausend Beschäftigten als Lager für Uniformen und Armeezubehör der deutschen Wehrmacht. Nach dem Krieg wurde es als Versorgungslager für die Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland genutzt.

Als zentrales Nachschub- und Versorgungsdepot nutzten die Sowjetischen Streitkräfte das Gelände des Nebenlagers zur Lagerung von Armee-Bekleidung, Armeezubehör und Ersatzteilen. Auch wurde Bekleidung repariert, es gab eine Wäscherei und eine Näherei. Außerdem befand sich hier eine Transporteinheit, der Stab des zentralen Versorgungsdepots und eine zentrale Feldpostverteilerstelle. Neben dem Depot befand sich im Nebenlager eine Nachschubbrigade des Sowjetischen Verteidigungsministeriums. Jedes Gelände war gleich mehrfach an das Schienennetz angeschlossen.

Seit dem Abzug der sowjetischen Streitkräfte im Jahr 1991, verfällt das riesige Sperrgebiet. Eigentümer ist die Brandenburgische Boden Gesellschaft für Grundstücksverwaltung und –Verwertung mbH. Der Verein Panke-Park Kulturkonvent Bernau e. V. versucht die historische Bausubstanz zu erhalten. Seit 2003 werden mit Förderung des Bundes sowie der Europäischen Union durch Vermittlung des Sozialamtes halbjährlich etwa 20 Arbeitskräfte auf diesem Gelände mit Aufräumarbeiten beschäftigt.

Mittlerweile gibt es Pläne, auf dem Gelände 1.500 Wohnungen, teils im Bestand, teils als Neubauten zu errichten, sowie die dafür nötige soziale Infrastruktur herzustellen.

Bei dem Besuch im Heeresbekleidungsamt Bernau war natürlich auch wieder eine Videokamera und eine Drohne mit dabei. Bilder aus der Videokamera gibt es allerdings keine, weil die Akkus nicht mitgespielt haben. Komm mit auf einen kleinen Ausflug.

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Randnotiz:

An dieser Stelle sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass das Betreten und Erkunden von verlassenen Orten nicht nachzuahmen ist. Niemand sollte sich durch diese Bilder zu Straftaten animieren lassen. Verlassene Gebäude ohne Erlaubnis zu betreten ist illegal, kann direkt zur Anzeige gebracht werden und dazu noch sehr gefährlich sein. Die beschriebenen Erfahrungen müssen theoretisch nicht die eigenen sein.

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